Grundschüler experimentieren hochklassig

Kleve..  Wie man auf Basis von Milch seinen eigenen Bio-Kunststoff herstellt – das wissen 25 Viertklässlern der Marienschule nun ganz genau. Um das Interesse für Physik, Chemie und Biologie zu wecken, fragte die Materborner Marienschule beim Freiherr-vom-Stein-Gymnasium an, ob man da nicht was machen könnte. Ja. So lautete die Antwort.

Kompass, Milch und Hitzewelle

So führt das Wissen um den zukünftig fehlenden Nachwuchs in den naturwissenschaftlich-technischen Berufsfeldern konkret zu Veränderungen in den Lehrplänen aller Schulformen. Denn frühe Förderung der Kinder ist hier besonders wichtig. So klopfte die Materborner Schulleitung kurzerhand im Sommer an, um für die eigenen Schüler der vierten Klassen an einer weiterführenden Schule die Gelegenheit erhalten sollten, naturwissenschaftliche Experimente durchzuführen (und auch direkt die Fachräume kennenzulernen). Und fand offene Türen am Gymnasium.

Im ersten Schulhalbjahres kam es so an drei ereignisreichen Vormittagen zur Möglichkeit, neue Erfahrungen auf dem Gebiet der sogenannten MINT-Fächer zu sammeln. Die Lehrkräfte der Fächer Physik, Chemie und Biologie entwickelten für die Kinder der Grundschule geeignete Lernsituationen, in denen sie ausgewählte Naturphänomene experimentell erkunden konnten.

Zum Auftakt absolvierten die Kinder am Vormittag des 6. November einen gezielt für sie konzipierten, abwechslungsreichen und vielfältigen Lernparcours zum Thema „Magnetismus“. Langeweile ausgeschlossen. Um am Ende den Rückweg vom Stein zu ihrer Grundschule zu meistern, ermittelten die Kinder bereits die korrekte Himmelsrichtung für den Rückweg.

Im Dezember stand dann die Milch auf dem Tisch. Es ging um Chemie, wo die Grundschüler einen Bio-Kunststoff auf der Basis von Milch herstellen konnten. Nach Einfärben der Plastikmasse mit coolen Farben schufen die Kinder mit Hilfe kleiner Ausstechförmchen (passend zur Vorweihnachtszeit) dekorative Figuren, die sie nach dem Aushärten im Trockenschrank mit nach Hause nehmen durften.

Am jüngsten Donnerstag sollte den Marienschülern schließlich unter die Haut gehen. In der Biologie erfuhren sie am eigenen Leib, dass die Haut des Menschen nicht nur sein größtes, sondern auch ein ganz besonderes Sinnesorgan darstellt. In verschiedenen Experimenten, bei denen sie selbst die Versuchsobjekte waren, entdeckten sie, wie unterschiedlich die berührungsempfindlichen Punkte in der Haut verteilt sind und wie diese es schafft, zwischen Wärme und Kälte zu unterscheiden.