Grünes Licht für Obdachlosenheim

Die bestehenden Obdachlosenunterkünfte an der Baustraße.
Die bestehenden Obdachlosenunterkünfte an der Baustraße.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Stadt Goch wird für 860 000 Euro eine neue Unterkunft an der Hervorster Straße bauen

Goch..  Das Bürgerforum blieb bei seiner ablehnenden Haltung. Es sei zwar gut, dass man für die Obdachlosen in der Stadt Goch eine neue Unterkunft bauen wolle, aber der Standort an der Hervorster Straße sei nicht geeignet, sagte stellvertretende Fraktionschef Udo Wennekers im Stadtrat. Die Obdachlosen wären in der Nähe des Asylbewerberheimes untergebracht und auch die Diskothek Excited befinde sich in unmittelbarer Nähe. Für das Bürgerforum sind dies Gründe, den Standort abzulehnen. Letztendlich stimmte der Rat mit großer Mehrheit dafür.

Menschenunwürdige Unterkunft

Gerd Engler (SPD) kann diese Argumente nicht nachvollziehen: „Die Mittelschicht muss nicht vor Randgruppen geschützt werden. Es gibt viel mehr Übergriffe auf Obdachlose als umgekehrt“, so Engler. Auch Ferdinand Heinemann (FDP) sieht keinen Grund für eine Ablehnung des Standortes: „Dann hätten sie schon mit Alternativen kommen müssen“, so Heinemann zu den BfG-Vertretern. Außerdem sei man jetzt im Zeitdruck, um den Menschen eine neue Unterkunft zu bieten. Die bisherigen Gebäude an der Baustraße sind verkauft worden und sollen abgerissen werden.

Karl-Heinz Bremer (CDU) echauffierte sich über die Haltung des Bürgerforums: „Wenn die CDU ebenso rücksichtslos vorgeht, dann würde es gar keine Unterkunft für Obdachlose geben. Dann hätten wir auf Container zurückgreifen müssen.“ Das BfG handele verantwortungslos, so Bremer. Aktuell leben an der Baustraße 28 Obdachlose.

Einig sind sich die Ratsvertreter darin, dass die Unterkünfte an der Baustraße nicht mehr „menschenwürdig“ sind, wie dies Hilde Fielenbach-Hensel von den Grünen ausdrückte. Der Vermögensbetrieb der Stadt Goch wird nun ein zweigeschossiges Gebäude für 31 Personen errichten. Auf jedem Geschoss wird es zentrale Toiletten und Duschen geben und einen Aufenthaltsraum, sowie ein Familienzimmer und Küche. Die Zimmer werden ausgestattet mit Fernseher, im Erdgeschoss ist ein Erste-Hilfe-Raum vorgesehen.

Alternativen waren zu teuer

Im Vorfeld der Neubauentscheidung hatte der Vermögenbetriebs zahlreiche Alternativen durchgerechnet, wie Anmietung von Wohnungen, Neubau von Wohnungen, Nutzung leer stehender Hofstellen und Hallen/Sporthallen. Die leer stehenden Hofstellen liegen in der Regel im Außenbereich ohne eine Anbindung an die Versorgungsmöglichkeiten der Stadt bzw. ohne eine entsprechende Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Die Sporthallen schieden aufgrund der baurechtlichen Anforderungen aus.