Grüne wollen eigenen Kandidaten

Die Grünen luden zum Neujahrsempfang: Bürgermeister Theodor Brauer, Festredner Sven Lehmann, die Kreissprecher Birgitt Höhn und Bruno Jöbkes.
Die Grünen luden zum Neujahrsempfang: Bürgermeister Theodor Brauer, Festredner Sven Lehmann, die Kreissprecher Birgitt Höhn und Bruno Jöbkes.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Vorstandssprecher Bruno Jöbkes kündigten beim Neujahrsempfang im Klever Kurhaus an, dass man einen eigenen Landratskandidaten aufstellen wolle

Kleve..  Die Grünen im Kreis Kleve wollen einen eigenen Kandidaten für das Amt des Landrates aufstellen. Dies kündigte gestern Kreis-Sprecher Bruno Jöbkes im Gespräch mit der NRZ an. „Wir sind gerade dabei Gespräche zu führen, um eine geeignete Person zu finden. Es sieht aber so aus, dass wir mit einem eigenen Kandidaten in das Rennen gehen werden“, sagte Jöbkes. Vorstandskollegin Birgitt Höhn betonte, dass die Parteibasis das letzte Wort haben werde. Weder der Vorstand noch die Fraktion wollen eine Vorgabe machen: „Wir möchten nicht so ein Desaster wie die CDU erleben“, sagte Höhn.

Mehr Politik für den Bürger

Die Chancen auf einen Wechsel im Landratsamt seien nicht schlecht, so Jöbkes und Höhn. Im Wahlkampf werde man jene Punkte aufgreifen, die dringend verbessert werden müssten. Vor allem die sozialen Themen blieben zu oft auf der Strecke, betont Jöbkes. Die Themen Inklusion, Asylbewerber und Integrationshelfer müssten aktiver vom Kreis bearbeitet werden. Jöbkes habe das Gefühl, dass die Kreisverwaltung die gesetzlichen Vorgaben zu streng auslege und nicht den Ermessungsspielraum nutze, den es zweifelsfrei bei vielen Angelegenheiten gebe. Die Kreisverwandlung handele nicht immer im Sinne einer bürgernahen Lösung, sagte Jöbkes im Gespräch mit der NRZ.

Gefahren für die Landwirtschaft

Im Wahlkampf werde auch das Thema „Landwirtschaft“ wichtig sein. Das jüngste NRZ-Interview mit Kreisbauer Josef Peters zur Abschaffung der Milchquote habe gezeigt, so Jöbkes, welche Gefahren für die ländliche Entwicklung drohen, wenn am Ende des Wettbewerbes nur noch die großen Landwirte übrig bleiben: „Josef Peters macht es sich zu einfach, wenn er nur auf die Wirkung des Marktes verweist. Er besitzt einen zu unkritischen Blick auf den Erhalt der kleinen, bäuerlichen Betriebe“, so Jöbkes.

Sprecherkollegin Birgitt Höhn wünscht sich für das kommende Jahr mehr Respekt im politischen Umgang zwischen den Parteien: „Wenn wir Politiker informell zusammen stehen, dann merken wir, dass wir ähnliche Positionen haben, ja sogar einer Meinung sind. Wenn ich mir aber das Abstimmungsverhalten ansehe, muss ich mich oft genug wundern. Natürlich ist Politik ein Machtspiel und klappern gehört zum Handwerk. Aber ich wünsche mir von allen Parteien, dass man die guten Ideen der jeweils anderen Partei auch mitträgt. Machtdemonstrationen bringen weder uns etwas, noch den Bürger weiter nach vorne.“