Großer Zulauf bei Realschulen
20.02.2009 | 16:41 Uhr 2009-02-20T16:41:00+0100BILDUNG. Befürchtete negative Auswirkungen auf Nachbarn durch den Realschulzweig Uedem bleiben aus.
KREIS KLEVE. Der starke Jahrgang der Zehnjährigen in diesem Jahr überraschte vor allem die fünf-„einhalb” Realschulleiter: Sie alle haben regen Zulauf.
„Halb”, das ist der frisch gegründete Realschulzweig an Uedems Hauptschule. 64 Gesamt-Anmeldungen waren das Ziel, 80 sind's. Für den Realschulzweig interessieren sich 28 Kandidaten. Attraktiv wurde damit auch die Hauptschule, die einen fließenden Übergang für Spätzünder in Aussicht stellt. Effekt: je eine Hauptschulklasse in beiden Gemeinden. Die befürchteten negativen Auswirkungen für Realschulen in benachbarten Kommunen blieben aus.
Nachfrage an
Hauptschulen sinkt leicht
Realschulen. Mit 108 Schülern gleich vier Parallelklassen – eine mehr als im Vorjahr – macht Ursula Paul in Kalkar auf. Raumprobleme hat sie keine, denn die Stadt hat ins Gebäude investiert. Mehr neue Kids als im Vorjahr zählt auch die Realschule Goch. Außerdem sind ausdrücklich Kinder mit möglicher Gymnasial-Karriere gemeldet, deren Eltern ihnen den G8-Turbodurchgang (Gymnasium in acht Jahren) ersparen wollen, berichtet Ursula Arens.
Die Realschule Hoffmannallee Kleve, deren erste Generation an Ganztagsschülern nun den Weg zum Abschluss nimmt, startet mit 121 Kindern – man hatte auf 100 gehofft. „Wir sind sehr glücklich”, freuen sich Schulleiter Jürgen Schmitz und Kollegium. Nun müssen die Bauarbeiten zur kompletten Umstrukturierung des Hauses (wie berichtet) schnellstmöglich beginnen. Gleichbleibend vier Klassen bildet mit 113 Schülern die Realschule Kellen.
25 Schüler mehr als im Vorjahr, nämlich 142, zählt Andre´ Marchi an der Realschule Kevelaer, unter ihnen viele Hauptschüler mit „Kann”-Empfehlung. Marchi: „Es ist eine Herausforderung, diese Kinder alle aufzunehmen, aber wir haben ein gut strukturiertes Förderangebot”. Nach der Erprobungsstufe am Ende der Klasse 6 werden dann 25 Kinder zur Hauptschule weitergereicht, im Gegenzug kommen Wechsler vom Gymnasium.
Hauptschulen: Die meisten Hauptschulen erleben leicht sinkende Nachfrage. Doch wie üblich müssen die Kommunen noch zig Eltern hinterherlaufen, die verpasst haben, ihre Kinder mit Hauptschulempfehlung anzumelden. Großen Zuspruch erlebt die Hauptschule Kranenburg, die mit Technik- und neuem bilingualen Schwerpunkt (Niederländisch) den Schülern im Grenzbereich die Zukunftschancen verbessern will: 28 Anmeldungen (Vorjahr 18) gab es, die sich 50 : 50 auf halbtags und die erste 14-köpfige Lerngruppe ganztags (wie berichtet) aufteilen. Dabei sind übrigens drei Kinder aus Kleve und Goch.
Gleich bleibt die Hauptschule mit zwei Klassen am Konrad-Adenauer–Schulzentrum Kleve. Eine Eingangsklasse wird wohl die Hauptschule Materborn zusammenbekommen. Ebenfalls knapp eine Klasse erwartet die Hauptschule Kalkar (Vorjahr zwei). Leicht sinkend: Ganztagshauptschule Rindern. Zufrieden mit zwei Klassen ist die Ganztags-Hauptschule Gustav–Adolf in Goch, die sich mit 60-Minuten-Unterrichtsstunden, Frühstück und Mittagessen profiliert. Die Halbtags–Hauptschule Goch-Pfalzdorf hat fast so viele Nennungen wie im vorigen Jahr (vermutlich zwei Klassen).
60 Prozent der
Bewerbungen abgelehnt
Gymnasien: Etwas weniger Anmeldungen am von-Stein-Gymnasium Kleve (122), etwas mehr (90) am Konrad-Adenauer werden Kleve wohl sieben Eingangsklassen bescheren. Das Gocher Gymnasium bleibt mit 113 Schülern im Vorjahres-Schnitt, Dieter van Eickels freut sich dort auf einen Mensa–Neubau.
Die Gesamtschule Mittelkreis mit Sitz in Goch musste – wie berichtet – wieder knapp 60 Prozent der Anmelde-Bewerbungen ablehnen, weil sie „nur” fünfzügig 150 Kinder annehmen kann.
Die Schulen im Kreis
24 weiterführende Schulen hat der Kreis Kleve zwischen Kleve und Kevelaer. Neun Hauptschulen, fünf-einhalb Realschulen (ein neuer Realschulzweig an der Hauptschule Uedem), noch sieben Gymnasien (das Johanna-Sebus-Gymnasium Kleve befindet sich in der Schließung), eine Gesamtschule, ein Berufskolleg.
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