Große Mehrheit für Sonja Northing

Sonja Northing wurde von einer großen Mehrheit gewählt.
Sonja Northing wurde von einer großen Mehrheit gewählt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
SPD, FDP und Offene Klever wählten eine gemeinsame Bürgermeisterkandidatin.Northing erhielt 95 Prozent der Stimmen. Aufbruchstimmung auf der Wasserburg Rindern

Kleve..  Sonja Northing wird mit einer breiten Unterstützung der Parteien SPD, FDP und Offene Klever in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt geschickt. Auf der Wasserburg Rindern gab es für sie stehende Ovationen und eine deutliche Mehrheit von 95 Prozent. 84 von 88 Wahlberechtigten haben für die 47jährige Northing gestimmt. „Ich bin überwältigt. Wenn das so weitergeht, könnte das richtig gut kommen für Kleve“, sagte die frisch gekürte Kandidatin vor einer feiernden Menge.

Verkehrskonzept gefordert

In ihrer Vorstellungsrede betonte Northing, dass sie voller Optimismus sei, dass Kleve eine gute Zukunft habe. Als Leiterin des Fachbereiches Arbeit und Soziales bei der Klever Stadtverwaltung wisse sie, wie man eine Verwaltung führt: „Ich führe mein Team mit Liebe und ich vertraue meinen Mitarbeitern“, sagte sie. Das Thema „Arbeit und Soziales“ werde für sie als Bürgermeisterin ganz oben auf der Agenda stehen.

Northing sprach in ihrer Rede drei Themen an, die sie angehen möchte. Ganz oben stehe auch das Thema Verkehr: Jeder in Kleve merke, dass der Verkehr immer mehr zunehme und dass zu den Hauptverkehrszeiten die Straßen zwischen Ober- und Unterstadt gänzlich verstopft sind. „Kleve braucht ein umfassendes Verkehrskonzept und keine Insellösungen wie Radverkehrskonzept oder Parkleitkonzept“, sagte Northing. Sie verwies auf das Beispiel der Stadt Siegburg. Hier habe man es geschafft, alle Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen und auch die Belange der Wirtschaft abzufragen. „Wir sollten von den Besseren lernen“, sagte Northing.

Beim Thema Schulen sei es wichtig, die Vielfalt zu erhalten. Eine flexible Betreuung von Schülern und Kindergartenkindern sei wichtig. Die Randzeiten der Kita-Betreuung müssten gestärkt und flexible Angebote geschaffen werden. „Hier brauchen wir mehr Visionen für die Zukunft“, so Northing. Das Thema Kultur dürfe auch nicht zu kurz kommen. „Die Kleinkunst muss gestärkt werden“, sagte sie. Northing sprach von der Schaffung eines kleinen Kulturzentrums, ähnlich wie das Dornroosje in Nimwegen: „Irgendwann ist die Finanzlage hoffentlich so, dass wir uns das erlauben können“.

Zum Thema Bürgerbeteiligung sagte Northing auf Anfragen aus der SPD-Versammlung, dass sie stärker auf die Belange der Bürger Rücksicht nehmen wolle. „Früher hat die Verwaltung anders gearbeitet und die Politik ihre Beschlüsse in Hinterzimmern gefasst. Dies wird sich ändern“, so Northing. Sie betonte allerdings auch: „Wenn wir die Bürger beteiligen, dann muss das Votum auch bindend sein“. Das Werkstattverfahren zur Gestaltung der Unterstadt sei letztlich ein Beispiel, wie man es nicht machen dürfe: Den Bürger fragen und dann zu anderen Entscheidungen kommen.

Die Parteivorsitzenden von SPD, FDP und OK betonten in ihren Ansprachen, dass sie ein „weiter so“ in der Klever Verwaltung verhindern wollen. Daniel Rütter (FDP) hält die Zeit der Schönrederei für vorbei: „Die Finanzsituation der Stadt Kleve ist so, dass wir vor großen Problemen stehen. Wir stehen ohne Liquidität da“, so Rütter, der auf die fehlende Ausgleichsrücklage abhob. Habe es 2009 noch 19 Millionen Euro gegeben, sei diese Rücklage anno 2015 aufgebraucht. „Wir wollen mit Sonja Northing einen Richtungswechsel hinbekommen“, so Rütter.

Josef Gietemann (SPD) fragte kritisch, warum der Flächennutzungsplan immer noch nicht verabschiedet worden ist und in Folge dessen nur 14 Bauanträge für Einfamilienhäuser in Kleve eingegangen seien: „Die Bürger wandern nach Kranenburg und Bedburg-Hau ab“, so Gietemann. Hier wolle man eine deutliche Priorität. Fabian Merges (OK) betonte, dass man Wert auf die Schaffung des Jugendparlamentes und eines Kulturzentrums lege.