Goch erwartet Überschüsse

Rathaus Goch.
Rathaus Goch.
Foto: Thomas Momsen
Was wir bereits wissen
Der Nachtragshaushalt sieht für die Stadt sehr gut aus. Kämmerin Gansen erwartet ein Plus von 1,7 Millionen Euro. Damit sollen Kredite zurückgezahlt werden

Goch..  Ja ist denn schon Weihnachten? Die Gocher Kämmerin Bettina Gansen darf sich in diesen Tagen auf jeden Fall reich beschenkt vorkommen. Denn der Nachtrag für den aktuellen Haushalt 2015 sieht sehr rosig aus. Das ursprüngliche Minus in der Ergebnisrechnung von gut 2,1 Millionen Euro wurde auf wundersame Weise in ein Plus in Höhe von 1,75 Millionen Euro verwandelt. Steigende Steuereinnahmen bei Gewerbesteuer, Einkommenssteuer und Umsatzsteuer helfen Goch aus einer misslichen Lage.

Ein Prosit gibt es erst später

Ein Glässchen Sekt möchte Bettina Gansen allerdings noch nicht auf den Haushalt 2015 trinken: „Das mache ich erst am 31. Dezember“, sagt sie lachend im Gespräch mit der NRZ. Als leidgeprüfte Kämmerin weiß sie, dass die Voraussagen von Steuereinnahmen mit Vorsicht zu genießen sind.

Allerdings ist ihr die Erleichterung schon anzumerken: „Das tut richtig gut. In der Verwaltung sind wird sehr zufrieden mit den Entwicklungen“, sagt sie. Die Stadt Goch profitiert zum einen von deutlich höheren Schlüsselzuweisungen in Höhe von gut 4 Millionen Euro und auch die Gewerbesteuer liege eine Millionen Euro über dem Ansatz: „Im vergangenen Jahr haben wir vier Millionen Euro weniger als erwartet verbuchen müssen“, erinnert sich Gansen. Für den aktuellen Haushalt kommen da viele positive Effekte zusammen. Insgesamt rechnet die Kämmerin mit einem Gewerbesteueraufkommen von 14 Millionen Euro.

Als ob die Steuerwohltaten noch nicht des Guten genug sind, können in diesem Jahr die Gocher Stadtwerke zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder eine Millionen Euro an die Stadtkasse überweisen. Auch hier hätten sich die Strukturveränderungen in den vergangenen Jahren ausgezahlt, so Gansen.

Höhere Aufwendungen

Allerdings haben sich auch die Aufwendungen erhöht. So muss Goch gut 1,6 Millionen Euro mehr für Asylbewerber ausgeben und auch die Aufwendungen für soziale Wohneinrichtungen erhöhen sich um 1,2 Millionen Euro. Für Tageseinrichtungen muss die Stadt 391 000 Euro mehr ausgegeben und bei der Hilfe für junge Familien sind es 500 000 Euro.

Der Überschuss im Ergebnishaushalt von 1,75 Millionen Euro soll nach dem Willen der Kämmerin in die Rückzahlung der Kassenkredite gesteckt werden. „Es ist gut, wenn wir uns ein wenig Luft bei der Liquidität verschaffen“, sagt sie. Mit einer Rückzahlung von 1,75 Millionen Euro würde die Stadt Goch Zinsen in Höhe von 17 000 Euro einsparen. „Die Zinslast ist zurzeit nicht so sehr das Problem“, sagt Gansen. Aktuell könne sie Kassenkredite zu 1 Prozent aufnehmen. Die Laufzeit beträgt in der Regel ein bis zwei Jahre.