Gladbacher Promi kommt nach Kleve

Werner Drießen (r.),  Stefan Dammers (l.), Reinhard Berens (M.) und Mitglieder des Klever Galdbach-Fanclub. Kleines Foto: Der Klever Herzchirurg Prof. Dr. Reiner Körfer ist Vorsitzender im Aufsichtsrat der Borussia.
Werner Drießen (r.), Stefan Dammers (l.), Reinhard Berens (M.) und Mitglieder des Klever Galdbach-Fanclub. Kleines Foto: Der Klever Herzchirurg Prof. Dr. Reiner Körfer ist Vorsitzender im Aufsichtsrat der Borussia.
Foto: dwi
Was wir bereits wissen
Fußballgeschichten live erleben. Max Eberl steht am nächsten Montag im Tichelpark-Kino am Tisch

Kleve..  Er kann die schönsten Geschichten aus alten Fußballtagen erzählen, die vielleicht besser waren, vielleicht auch nur in der Erinnerung verklärt. Werner Drießen, heute 70 Jahre alt, aus Kleve. Aber er hat aus diesen Zeiten auch noch beste Kontakte. Die nutzt er nun, um Prominenz nach Kleve zu holen. Max Eberl kommt nach Kleve.

Als er 1970 auf der Hoffmannallee das erste Sportartikel-Fachgeschäft eröffnete, was das Sortiment übersichtlich. Aber die Freude, vor allem die der Fußballspieler, groß. 45 Jahre später verkauft Drießen immer noch Stollenschuhe. Beim Intersport Profimarkt ist der Mann auch deshalb gefragt, weil er sich auskennt, fachlich und eben mit der Szene.

Eine der Geschichten ist die „bombastische“ vom ehemaligen Fußball-Nationalspieler Rolf Rüssmann. Der gab 1977 in seinem Shop eine Autogrammstunde. Ein Hummel-Vertreter hatte ihm den Schalker besorgt. Drießens kleines Geschäft hielt dem Ansturm nicht stand, die Schaufensterscheibe platzte. „Damals konnte man sich die Spieler nahezu aussuchen. Ein Anruf, am nächsten Tag waren die da“, sagt der 70-Jährige.

Nach 38 Jahren hat Drießen wieder einen aus der ersten Reihe des Fußballgeschäfts geholt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich dafür so viele dicke Bretter bohren muss“, sagt der 70-Jährige. In einer Zeit, in der sich jeder zweite Regionalligaspieler für einen verkannten Weltstar halte und die Vereine ihrem Personal nahezu verbiete, aus dem Bus zu gucken, sei es schwer, namhafte Personen aus der Bundesliga für einen Besuch zu gewinnen. Drießen hat es dennoch geschafft: Max Eberl, der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, nimmt am Montag, 6. Juli, ab 18 Uhr, im großen Kinosaal im Tichelpark an einer Diskussionsrunde teil. Mit am Stehtisch ist der bekannte Klever Herzchirurg Prof. Dr. Reiner Körfer, Vorsitzender des Aufsichtsrat bei der Borussia.

Er hat großen Anteil daran, dass Werner Drießen den Gast aus dem Nordpark für einen Auftritt im Kino gewinnen konnte. „Ich kenne den Reiner sehr gut und sehr lange. Wir haben in der Kindheit täglich Fußball gespielt. Ecke Mittelweg, Beethovenstraße“, sagt der Sportartikel-Fachmann. Zwei Jahre hatte sich Drießen um Max Eberl bemüht. „Irgendwann hatten wir uns auf den Manager eingeschossen. Hans Meyer hätten wir einfacher haben können. Doch den kennen die jüngeren Fans nicht so gut“, sagt Werner Drießen. Der Unterhaltungswert mit Meyer, der nicht als bekennender Diplomat gilt, wäre zweifellos groß gewesen.

Max Eberl wird wohl auch einiges darüber erzählen, wie er Gladbach zu dem gemacht hat, was der Verein heute ist. Die Tage, an denen nur die kleinen Scheine am Automaten gezogen wurden, sind derzeit vorbei.

Als er den Job bei der Borussia angetreten hatte und die Elf in der Tabelle extrem weit unten stand, äußerte sich der Borussen-Denkmal Berti Vogts zu der Verpflichtung. Eberl wisse doch gar nicht, wie er in diese Position gekommen sei. Vogts mutmaßte, dass Eberl wahrscheinlich zufällig mit dem Fahrrad vorbei gefahren sei. Was der Fahrradfahrer alles geschafft hat, ist bekannt. Und wer ihn am Montag sehen will, auch: Vor allem die Fans der Borussia. Aber andere dürfen auch kommen, so Drießen. Doch wenn die nicht kommen, wäre das auch kein Drama.

Ab 17 Uhr ist Einlass, 18 Uhr Beginn, der Eintritt ist frei. 400 Fußball-Freunde finden in dem Kinosaal Platz. Dafür, dass es den Gästen an nichts fehlen wird, sorgt Reinhard Berens, Leiter der Tichelpark-Kinos. Die Klimaanlage solle ebenso laufen wie Obergäriges, verspricht Berens. Auch der Borussiafanclub Kleve ist natürlich in die Veranstaltung eingebunden. Er hat bereits etliche Spieler der Gladbacher zu Fantreffen begrüßen können. Zuletzt war 2013 Oscar Wendt in Kleve.