Gerichtslinde geschädigt

Der Sturm der 470 Jahre alten Gerichtslinde auf dem Marktplatz in Kalkar zwar Schaden zugefügt, aber sie ist standfest. Ein dicker Ast war heraus gebrochen. Mehrere kleine drohten ebenfalls zu brechen. 14 Feuerwehrleute aus Kalkar Mitte fuhren zum Einsatz. Die Äste mussten freigeschnitten und die Linde mit Zäunen gesichert werden. „Der Baumkontrolleur ist natürlich sofort herausgefahren, um den Schaden zu begutachten“, sagt Frank Sundermann, Fachbereichsleiter Bauen, Planen und Umwelt in Kalkar. Der Gutachter stellte zwar erhebliche Schäden am Baum fest, die unverzüglich behoben werden müssen, trotzdem konnte vorerst Entwarnung gegeben werden. „Die Gerichtslinde ist auch nach dem Sturm in ihrem Bestand gesichert“, sagt Frank Sundermann. Noch gestern folgten weitere Kronensicherungsschnitte, um den Baum zu entlasten. „Wir werden auch prüfen, ob wir die Sicherung durch die Zäune noch aufrecht erhalten müssen“, sagt der Fachbereichsleiter.

Die Aufregung um die Gerichtslinde ist so groß, weil sie für die Bürger Kalkars viel mehr als nur ein Baum ist. 1545 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Unter ihr verhängten im Laufe der Geschichte Kalkars Richter und seine Schöffen Geldbußen, ließen Straftäter an den Pranger stellen und in den Kerker werfen. Zum Tode Verurteilte wurden gehängt, gerädert oder enthauptet. In Kalkars Stadtarchiv finden sich auch Dokumente, die den Zustand des Baumes als erbärmlich bezeichnen – so ein Foto von 1888. Stark gelitten hat der Baum auch im 2. Weltkrieg, als der historische Ortskern bombardiert wurde. Und trotzdem hielt er Stand. Nun auch niederheinischen Stürmen. Foto: Feuerwehr kalkar