Gemeinsam erinnern

Bürgermeister Theodor Brauer sprach an der Heideberger Mauer in Kleve.
Bürgermeister Theodor Brauer sprach an der Heideberger Mauer in Kleve.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Gestern wurde die Hörstelle an der Heideberger Mauer enthüllt. Es sei ein erster Schritt in Richtung europäischer Erinnerungskultur, so Projektleiter Lenders

Kleve..  Der Himmel war wolkenverhangen und es schüttete wie aus Eimern. Die Menschen versteckten sich unter Regenschirmen und Kapuzen. „Das Wetter ist passend zum Anlass“, sagte Bürgermeister Theodor Brauer. Der Anlass: Die Hörstelle an der Heideberger Mauer wurde enthüllt. Die Hörstelle ist eine von zwei in Kleve. Sie gehören zum Projekt „Der Weg in die Freiheit“, das mit der Enthüllung der Hörstelle seinen Abschluss fand.

Das Projekt beruht auf der Zusammenarbeit verschiedener Museen und Einrichtungen in Kleve, Kranenburg, Weeze und Wesel sowie in Nimwegen, Overloon und Groesbeek. Die Befreiung Europas und die Endphase des Zweiten Weltkrieges wurden dabei in Ausstellungen und verschiedenen Veranstaltungen zum Thema gemacht. Es sei ein Projekt, das dazu beitrage eine europäische Erinnerungskultur zu schaffen, sagte Wiel Lenders, Direktor des Befreiungsmuseums in Groesbeek und Initiator des Projekts. Die Hörstelle solle zukünftigen Generationen, die den Krieg selbst nicht miterlebt haben, helfen die Erinnerung lebendig zu halten. Die Hörstellen in Kleve gehören zu hunderten in ganz Europa, von Südengland bis Polen, die den Weg in die Freiheit nachzeichnen.

Mit einem schwarzen Tuch war der Naturstein, der an die Zerstörung Kleves im Zweiten Weltkrieg erinnert durch den Luftangriff am 7. Oktober 1944 erinnert, verhüllt. In seiner Rede rekapitulierte Bürgermeister Brauer die Ereignisse dieses Tages. Er sprach von Angst, Terror und Zerstörung: „Deutsche Offiziere haben dies vielleicht geahnt, aber Zivilisten wohl kaum. Für sie kam der Bombenangriff überraschend und sie empfanden ihn als blanken Akt des Terrors [...]“. Der Chor des Freiherr-vom -Stein-Gymnasiums sang traurige Lieder und untermalte mit seinem Gesang die andächtige Atmosphäre. Theodor Brauer, Wiel Lenders und der Europaabgeordnete Jens Geier lüfteten gemeinsam das schwarze Tuch. Zum Vorschein kam ein „multimedialer Knotenpunkt“, wie Bürgermeister Brauer die Hörstelle nennt. Ein QR-Code verbindet die Fakten der Infotafel auf dem Stein mit Hintergrundinformationen, Audiofragmenten und Bildern im Internet. Geschichte kann nun leicht per Smartphone nachvollzogen werden. „Erlebbar“, wie Wiel Lenders es nennt.