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Gegen den Ärztemangel

22.01.2015 | 10:00 Uhr
Gegen den Ärztemangel
Vertreter des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, der Ärztekammer Nordrhein, der Kreisstelle Kleve der Ärztekammer Nordrhein, beteiligte niedergelassene Hausärzte sowie Landrat Wolfgang Spreen freuen sich über die Gründung des Hausärztlichen Weiterbildungsverbundes Kreis Kleve. Im Vordergrund: Bernd Zimmer (Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, l.) übergibt Professor Dr. Volker Runde (Ärztlicher Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, r.) eine der Urkunden zur Gründung des Weiterbildungsverbundes.Foto: KKLE

Kreis Kleve.  Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum und die Ärztekammer Nordrhein gründen einen Weiterbildungsverbund für Hausärzte.

Um die hausärztliche Versorgung im Kreis Kleve nachhaltig zu verbessern, haben die Kreisstelle Kleve der Ärztekammer Nordrhein und das Katholische Karl-Leisner-Klinikum gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten des Kreises Kleve einen hausärztlichen Weiterbildungsverbund gegründet. Startschuss für die gemeinsame Initiative von fast 70 Klinik- und Hausärzten war eine feierliche Urkundenübergabe in Uedem

„Der demographische Wandel und die steigende Zahl chronischer Erkrankungen stellen große Herausforderungen an die künftige ärztliche Versorgung im Kreis Kleve“, sagt Dr. Wolfram Althoff, der Vorsitzende der Kreisstelle Kleve der Ärztekammer. „Eine wichtige Rolle kommt dabei den Fachärzten für Allgemeinmedizin zu, die ihre Patienten wohnortnah versorgen. Diese hausärztliche Versorgung ist gefährdet.“

Enge Zusammenarbeit

Dies unterstrich auch der Vizepräsident der Ärztekammer Bernd Zimmer bei der Urkundenübergabe: „Ich freue mich, dass wir mit der Gründung dieses Weiterbildungsverbundes auch im Nordwesten Nordrheins interessierten Kollegen die hausärztliche Verbundweiterbildung anbieten können.“ Denn ohne Hausärzte ginge es nicht, so Zimmer.

Im Kreis Kleve gibt es laut den Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein aktuell 177 niedergelassene Hausärzte und hausärztlich tätige Internisten. In den kommenden Jahren ist ein deutlicher Rückgang zu erwarten. Der hausärztliche Weiterbildungsverbund soll dieser Entwicklung entgegen wirken. Kernidee ist es, angehenden Allgemeinmedizinern eine regionale Komplettlösung ihrer fünfjährigen Weiterbildungszeit anzubieten. Die Zusammenarbeit von Klinik- und Hausärzten gebe dabei Planungssicherheit: Weiterbildungsstätten stehen frühzeitig fest, ein Wohnortwechsel ist nicht erforderlich, die Vergütung ist gesichert, die Zukunftsperspektiven sind attraktiv. Die Ärzte können als niedergelassener Hausarzt in einer Region tätig werden, deren Strukturen sie im Laufe der Weiterbildungszeit kennengelernt haben.

„Wir möchten den Menschen im Kreis Kleve die bestmögliche Versorgung bieten“, betont Dr. Peter Enders, Hauptgeschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, das mit seinen vier Häusern in Goch, Kalkar, Kevelaer und Kleve insgesamt mehr als 900 Betten zählt. „Als Klinikum wissen wir: Das geht nicht ohne die Hausärzte. Die gemeinsame Initiative von Klinik- und Hausärzten ist deshalb ein wichtiger Schritt.“ Insgesamt 38 niedergelassene Ärzte und 26 Ärzte des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums haben sich der Initiative bereits angeschlossen.

Die Zulassung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ist Voraussetzung, um sich als Hausarzt niederzulassen. Innerhalb der insgesamt fünfjährigen Facharztweiterbildung absolvieren die auszubildenden Ärzte in der Regel drei Jahre in der Klinik und zwei Jahre bei niedergelassenen Hausärzten. Die Weiterbildung ist dabei so umfassend wie vielfältig. Sie reicht von der Arbeit als Stationsarzt bis zum Hausbesuch, von der Ultraschalluntersuchung bis zur Erkennung von Suchtkrankheiten, von der Wundversorgung bis zur Palliativmedizin. Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum bietet den angehenden Allgemeinmedizinern dabei mit 27 Fachabteilungen in vier Häusern medizinische Vielfalt und Expertise: „Wir betreuen pro Jahr etwa 35 000 Patienten“, umreißt Professor Dr. Volker Runde, ärztlicher Direktor des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums.

Fortbildung im Klinikum

„Angehende Hausärzte und ihre Patienten können von der Vielfalt und Routine eines so großen und spezialisierten Klinikums immens profitieren.“ Für das Curriculum des neu gegründeten Weiterbildungsverbundes im Kreis Kleve zeichnet maßgeblich Dr. Ulrich Tholl verantwortlich, Chefarzt der medizinischen Kliniken I und III am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum in Kleve und gleichzeitig Fortbildungsbeauftragter der ÄkNo-Kreisstelle Kleve.

Landrat Wolfgang Spreen begrüßt die von der Ärztekammer ins Leben gerufene Initiative sehr. „Es ist ganz im Sinne unseres Landkreises.“

Andreas Gebbink

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2015-01-22 10:00
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