Gebäude auf dem Prüfstand

Die lebendige Christus-König-Kirche wolle man in Zukunft noch mehr stärken, so der Propst Johannes Mecking.
Die lebendige Christus-König-Kirche wolle man in Zukunft noch mehr stärken, so der Propst Johannes Mecking.
Foto: thomas momsen
Was wir bereits wissen
St. Mariä Himmelfahrt plant Konzept: Zahl der Pfarrheime, der Altentagesstätten und Größe der Jugendheime reduzieren. Alle Kirchen bleiben erhalten.

Kleve..  Nicht nur in Kellen denkt die Kirchengemeinde darüber nach, sich kleiner zu setzen und den Finanzhaushalt auf stabile Beine zu stellen (wie berichtet). Auch in St. Mariä Himmelfahrt will sparen – sensibel, verspricht Propst Johannes Mecking. Derzeit lebe die Gemeinde von den Rücklagen.

In den nächsten zwei Jahren werde ein Konzept erstellt. Der Propst will dabei „die Mitarbeiter mitnehmen“ und die Gemeinde in Versammlungen informieren. „Die Menschen sollen spüren, dass wir sehr behutsam nachdenken“, sagt er. Aber was beschlossen wird, „das wird dann auch gemacht“. Am neu gebauten Kindergarten Merowinger Straße (zusammengewachsen aus Christus-König- und Sprachheil-Kindertagesstätte Küppers-straße) ist ablesbar: Wenn Mecking etwas ankündigt, wird es zur Tat.

Die Zahl der Immobilien und Größe der genutzten Flächen gilt es zu reduzieren. „Aber sowas geschieht nicht von heute auf morgen“, so Mecking. Im gesamten Bistum Münster wird das immobile Eigentum überprüft. „Der Generalvikar sagte: Das Kleid ist zu groß geworden“, zitiert ihn Johannes Mecking.

Es wird in Kleve nicht um die Gotteshäuser als solche gehen (5675 Quadratmeter). Fast alle stehen unter Denkmalschutz, und die nach dem Krieg aufgebaute Christus-König-Kirche an der Lindenallee, von deren guter Akustik zahlreiche Konzerte profitieren, „wird eher noch gestärkt werden“, sieht Johannes Mecking voraus.

Doch von einigen der profanen Immobilien werde man sich wohl trennen. 4092 Pfarrfläche für Pfarrheime, Jugendheime, Altentagesstätten besitzt St. Mariä Himmelfahrt (Statistik aus 2007), laut Münsteraner Berechnung wären 1400 qm im Verhältnis zur Zahl der Gemeindemitglieder angemessen. Beispielsweise „werden wir uns drei Pfarrheime, zwei in Kleve, eines in Donsbrüggen, auf Dauer nicht mehr leisten können“, überlegt Mecking.

Bei den Jugendzentren „Kalle“ Karl-Leisner an der Nassauer Mauer und „CC“ Canisius-Center an der Brabanter Straße, wird die Kirche die Zahl der jungen Nutzer und der im Umfeld wohnenden Jugendlichen zählen. Ziel sei, „in der Wohngegend“ ein Haus anzubieten, sagt Mecking. Es muss nicht das angestammte Gebäude sein. Altentagesstätten seien als Ort der Begegnung für alleinstehende Kriegswitwen gedacht worden und heute nicht mehr so häufig genutzt.

Auch Grünflächen kosten Geld für die Pflege. Etwa der große Garten am Spyckklösterchen, nur zwei mal im Jahr genutzt. „Da können wir nicht viel machen. Die Kapuzinerkirche und das Umfeld stehen unter Denkmalschutz,“ erinnert Mecking. Das kulturhistorische Plus bringt leider kein finanzielles Plus mit sich, dabei müsste die Mauer ringsum restauriert werden.