Gärtnerweg-Kita verliert Gruppe

Die Kindertagesstätte am Gärtnerweg. Ein Antrag für einen Anbau wurde im Oktober 2014 von Jugendhilfeausschuss abgelehnt.
Die Kindertagesstätte am Gärtnerweg. Ein Antrag für einen Anbau wurde im Oktober 2014 von Jugendhilfeausschuss abgelehnt.
Foto: Anne Wohland
Was wir bereits wissen
Mit eine neuen Kita im Astra wird eine Erweiterung der Einrichtung am Gärtnerweg unwahrscheinlicher. Die Stiftung hat keine Rücklagen. 18 Kinder verlören ihren Platz

Goch..  Ein Beurteilung der jüngst angefragten Martin-Franz-Stiftung zur Trägerschaft einer Astra-Kita fehlt noch, soll aber in Kürze folgen. Gerd Thyssen, Leiter der Zentralrendantur in Goch, gab in der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses Dienstagabend bereits zu bedenken gab, er stemme die Verwaltungsarbeit für drei Kitas bereits halbtags.

Zudem bat Thyssen mehrfach eindringlich, auch positiv über die Anbauanfrage von 180 000 Euro für die Kita Gärtnerweg zu entscheiden. Viele der gut 50 zuhörenden Eltern waren eigens wegen dieser Frage in den Ratsaal gekommen. Eigentlich war es die Elternkritik zur dortigen Situation, die die Sondersitzung überhaupt auslöste. Wie berichtet wurde der Anbau abgelehnt und fallen laut Elternzählung 18 bestehende Plätze weg.

Stimmt die Politik Ende Februar nicht für den Anbau, verliert die Kita für die vierte Gruppe die Sondergenehmigung des Landesjugendamtes. Das machte auch noch einmal Heike Kraemer vom städtischen Jugendamt deutlich.

Fertig werde ein möglicher Anbau bis Oktober eh nicht mehr. Aber die Verlängerung der Sondergenehmigung sei „eventuell noch möglich, falls konkrete Maßnahmen“ angegangen werden. Übersetzt heißt das, eine konkrete Maßnahme liegt vor, wenn die Gocher Politik das Geld genehmige und ein Zeitplan für den Bau vorliegt.

„Die Gärtnerweg-Situation verschärft die Lage. Denn sie sind nicht in die 100 mit eingerechnet“, erklärte Kraemer die Datenlage.

Entscheidet sich die Politik gegen den Anbau, dann so Thyssen, „müssen wir die Plätze aufkündigen und könnten niemand neues mehr aufnehmen.“ Übernimmt die Martin-Franz-Stiftung die Trägerschaft einer möglichen neuen Kita im Astra-Hauptgebäude, könnte sie allerdings den verunsicherten Eltern eine Platzzusicherung geben. Zum Ende der Debatte stellt Thyssen noch einmal als Replik auf Otto klar, dass es eben nicht die Stiftung sei, die zu wenig informiert habe (wir berichteten). Alles sei stets mit dem Jugendamt abgesprochen worden: „Wenn hier niemand Bescheid weiß, liegt das nicht an uns.“

Keine Rücklagen

Auch zur Finanzsituation sprach Thyssen: „Es ist nicht so als wenn wir hier ständig auf den Putz hauen und etwas haben wollen.“ Man könnte Bauarbeiten aber auch schon Reparaturen eben nicht selber finanzieren. Das lässt die Finanzlage der Stiftung nicht zu, was seit Jahren bekannt ist.

„Stemmen können wir den Anbau nicht selber, weil wir keine Rücklagen bilden dürfen“, erklärte Thyssen die geltende Vereinbarung zwischen der Stadt und der Stiftung, „wenn wir Rücklagen bilden würden, wären die laufenden Betriebskosten höher.“ Die würden dem städtischen Haushalt zur Last fallen. Kraemer oder Bürgermeister Karl-Heinz Otto widersprachen der Darstellung Thyssens nicht - die ebenfalls wie die gesamte Platzsituation die gewählten Politiker überraschte.

Seit acht Jahren fließt also ein (im Vergleich zu anderen Kitas überproportionaler) Teil der Kita-Platzmittel (Landesmittel, Stadtanteil und Elternanteil) nach Abrechnung des Jahres wieder zurück in die Stadtkasse. Von wie viel Geld hier als unverhofftes Plus für den Stadtetat die Rede ist, blieb unklar.

„Das das so ist, höre ich zum ersten Mal“, kommentierte CDU-Ratsherr und CDU-Stadtverbandschef Josef van de Kamp.