Gänse, Störche und Sandbienen

Eine karge, schroffe Dünenlandschaft in Kalkar-Wissel
Eine karge, schroffe Dünenlandschaft in Kalkar-Wissel
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Ein Spaziergang mit Niederrheinguide Willi Miesen durch die Wisseler Dünen, das einzige gut erhaltene Binnendünengebiet am Niederrhein

Kalkar-Wissel..  Das kleine beschauliche Dünencafé in der Hellendornstraße lädt mit frisch gebackenen Brötchen, Sahnetorten und Kaffee zur gemütlichen Einkehr. Seit 90 Jahren wird es von Familie Laakmann betrieben, früher nur als Bäckerei. Für all jene, die es auf der Suche nach Erholung in das Dorf verschlägt, ist es ein guter Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Wisseler Dünen. Niederrhein-Guide Willi Miesen führt Besucher durch sein Heimatdorf und zeigt die ökologischen Besonderheiten der Landschaft.

„Die Wisseler Dünen sind das einzige gut erhaltene Binnendünengebiet am Niederrhein“, erklärt Miesen. Gebildet haben sie sich durch Rheinüberschwemmungen. Immer wieder wurde neuer Sand angeschwemmten und vom Wind verweht. Seit 1935 steht das Gebiet unter Naturschutz. Kaum Bäume, nur Sträucher und Gräser zieren das Gebiet – es ist eine karge, hügelige Landschaft. Im Hintergrund zeichnen sich die drei Baggerseen ab. Der Boden ist trocken und sandig. Steht man mitten in den Hügeln, fühlt es sich an, als wäre man auf einem fremden Planeten. „Man betritt eine ganz andere Welt“, fasst Miesen dieses Gefühl in Worte. Er hilft den Besuchern dabei, die Schönheit der Dünenlandschaft zu erkennen: „Schauen Sie, das sind die ersten Frühlingsveilchen. Und das hier ist die Rentierflechte. Sie ist in den nordischen Ländern heimisch und ein Indikator für saubere Luft“. Als Landschaftsgärtner kennt er sich mit Pflanzen aus. Während der Wanderung verweist er immer wieder auf interessante Gewächse, wie die Dummeldistel, die stahlblau blüht oder den kleinen Ampfer, der die Dünen im Frühsommer in ein rotes Blütenmeer verwandelt.

Auch was die heimischen Tiere angeht, ist Miesen Experte. Er macht einen bekannt mit den Brandgänsen, die von der Nordsee an den Wisseler See kommen und führt zum Horst des Storchenpaares, das noch bis September anzutreffen ist. Ein ganz besonderer Bewohner darf bei seinen Führungen nicht fehlen: die Sandbiene. Kleine Sandlöcher im Boden geben Aufschluss über ihre Behausungen. „Sie ist eine von vielen wilden Bienenarten und lebt als Einzelgänger“, erklärt Miesen. Anders als die gelb-schwarze Honigbiene sei die Sandbiene braun und nutze ihren Stachel kaum. Die kleinen Tierchen bestäuben die Pflanzen im Dünengebiet. Willi Miesen erzählt Geschichten über die Entstehung der Dünen, ihre Historie, und ihre Bewohner. Sie machen klar, dass „de Dun“ , wie die Wisseler ihre Dünen liebevoll nennen, eine reizvolle Umgebung zum Spazieren und Wandern sind.