Fußspuren auf dem Gehweg

Mit Schablone hat er Fußabdrücke auf den Bürgersteig gesprayt: Ron Schmidt
Mit Schablone hat er Fußabdrücke auf den Bürgersteig gesprayt: Ron Schmidt
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Künstler Ron Schmidt stellt in der Reihe „Kunst und Kirche“ Arbeiten in und an der evangelische Kirche aus. Eröffnung morgen. Sprayen auf Bestellung

Goch..  Ron Schmidt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Bäumen. In seiner Kunst geht es ihm darum, den Einfluss von Witterung und Lebewesen auf den Baum zu beobachten und zu dokumentieren. In einem seiner Projekte hat der in Goch lebende Künstler Baumstümpfe wie Verwundete mit Leinentüchern verbunden – und der Natur ihren Lauf gelassen. Ein Jahr lang durften Wind und Wetter auf seine in den Niederlanden realisierte Arbeit „Verbonden Stompen“ wirken. Das Resultat: eindrucksvolle, kreisförmige „Naturbilder“, die ab morgen in der evangelischen Kirche am Markt zu sehen sind.

Mit der Ausstellung „Wir sind verbunden“ setzt die evangelische Kirche das Engagement des Arbeitskreises Kunst und Kirche fort. Seit inzwischen vier Jahren lädt der Kreis Künstler in die Kirche ein. Nach Christoph Wilmsen-Wiegmann, Elisabeth Schinck und Malte Lambert nun also Ron Schmidt. „Wir versuchen“, sagt Pfarrerin Rahel Schaller, „Künstler einzuladen, die mit ihrem anderen Blick auf die Dinge neue Denkanstöße geben können.“

„Wir sind verbunden“

Weil sogar Fußspuren auf einem der Baumtücher verewigt sind, entwickelte Schmidt für Goch das Projekt „Wir sind verbunden“. Er entwarf eine Schablone, die aus zwei nebeneinander platzierten Fußabdrücken besteht. Je zwei von ihnen hat er auf den Bürgersteig vor der Kirche und vor dem Gemeindehaus aufgesprüht.

Menschen, die in die Kirche oder das Gemeindehaus hinein oder dort heraus möchten, sollen nach Schmidts Vorstellung auf diesen ‘Standpunkten’ verweilen. „Ich möchte mit meiner Arbeit Möglichkeiten schaffen, reale Verbindungen und gefühlsmäßige Verbundenheit zu schaffen“, sagt der Künstler. Es geht um Entschleunigung, Innehalten, um Verbundenheit im übertragenen Sinn.

Es gebe kaum einen anderen Ort, der eine solche Verbundenheit so umfassend ermögliche, wie der Schutzraum einer Kirche, in dem sich die Gemeinde versammle, findet Schmidt. „Ich freue mich sehr darüber, dass die evangelische Gemeinde mir die Gelegenheit gibt, meine Ideen zu verwirklichen.“

Seine Plan ist es, viele solcher Stand- oder Verbindungspunkte zu schaffen. „Es soll ein Netzwerk weißer Fußspuren entstehen, gern auch über Goch hinaus“, wünscht er sich. So kann er sich vorstellen, dass auch Schulen sich für seine Schablone interessieren.

Wer sich eigene Fußspuren aufsprühen möchte, kann die Schablone unter der Adresse www.wirsindverbunden.de in Originalgröße herunterladen oder mit Ron Schmidt Kontakt aufnehmen, der das Aufsprühen vor Ort dann gern übernimmt.