Frauenpower vom Niederrhein für Berlin
31.07.2009 | 00:06 Uhr 2009-07-31T00:06:00+0200
Drei Politikerinnen mit Gocher und Klever Wurzeln sind für Steinmeiers Kabinett nominiert.
Kreis Kleve. Drei Frauen vom Niederrhein – und Frank-Walter Steinmeier will sie alle haben. Gleichzeitig. Als der SPD-Kanzlerkandidat gestern sein Kabinett für die Bundestagswahl vorstellte, horchte man auf, am Niederrhein. Denn dazu gehört auch ein weibliches Trio aus dem Kreis Kleve. Zwei „echte Gocher Mädels” und eine Bekannte aus Kleve: Barbara Hendricks, Carola Reimann und Barbara Kisseler sind im Steinmeier-Kompetenzteam.
Während die Letztgenannte ihre Wurzeln in Asperden hat, ist auch Carola Reimann Gocherin. „Abi '87” am städtischen Gymnasium und der Einsatz für ein Jugendzentrum sind vielen Einheimischen in Erinnerung geblieben. Denn ihre neue Heimat ist Braunschweig. Die 41-jährige promovierte Biotechnologin und Bundestagsabgeordnete soll innerhalb der Mannschaft Steinmeiers für den Bereich Hochschule und Forschung zuständig sein. „Das freut uns natürlich sehr”, sagte gestern Gochs SPD-Wahlkampfleiter Detlef Werner, „ein Gocher Gewächs dort oben zu sehen.” Schließlich war Reimann 1986 den weberstädtischen Sozialdemokraten beigetreten – und hat von dort aus schnell Karriere gemacht.
Und auch wenn satte 380 Kilometer zwischen Braunschweig und ihrer Geburtsstadt liegen, so hat Carola Reimann sich jüngst doch noch was „abgeguckt”: die Rote-Karte-Aktion. Darüber hat sie sich Infos aus Goch zuschicken lassen, um ein ähnliches Projekt in Braunschweig zu starten, erklärte gestern Stadt-Sprecher Torsten Matenaers.
Mittendrin steckt auch Barbara Hendricks (57), Bundeschatzmeisterin und SPD-Kreisvorsitzende. Denn sie soll im möglichen Regierungsteam als Verbraucherschutzministerin fungieren – wozu Kleves SPD-Bürgermeisterkandidat Josef Gietemann ihr gestern schon fest die Daumen drückte: „Mit Barbara Hendricks hat Frank-Walter Steinmeier eine hervorragende Persönlichkeit nominiert.”
Für den Fall der Fälle kündigte Hendricks gestern erste Ziele an. Die Durchsetzung eines Finanz-Tüvs, beispielsweise, „damit Anlieger auf der sicheren Seite sind”, so Hendricks.
Die Asperdenerin aus dem niederrheinischen Trio ist seit rund drei Jahren Chefin der Berliner Senatskanzlei – und soll im Schattenkabinett die Kultur auf ihre Fahnen schreiben. Die 59-jährige gebürtige Gocherin studierte Geisteswissenschaften – Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Nach Stationen unter anderem beim Deutschlandfunk und dem WDR ging's mehr und mehr in Richtung Kultur. 2007 übernahm sie eine Honorarprofessur an der Potsdamer Fachhochschule im Studiengang Kulturarbeit.
Fazit: Ein Mix aus unterschiedlichen Persönlichkeiten mit Kreis Klever Wurzeln. „Eine bessere Mischung ist kaum möglich”, meinte Barbara Hendricks. Dass dabei, nicht nur aus niederrheinischer Sicht, die Frauen die Hosen tragen, belegen die Zahlen: Das 19-köpfige Team besteht aus zehn Damen. Steinmeier setzt auf Frauenpower – und Kreis Klever Wurzeln.
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