„Foncks Stuhl wackelt“

Die sympathische Birgit Mosler tritt in Kalkar als Bürgermeisterkandidatin an. Sie wird von SPD und FDP unterstützt.
Die sympathische Birgit Mosler tritt in Kalkar als Bürgermeisterkandidatin an. Sie wird von SPD und FDP unterstützt.
Foto: NRZ Kleve
Was wir bereits wissen
Die SPD schickt die engagierte Grietherin Birgit Mosler als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl ins Rennen. Auch die FDP will sie unterstützen

Kalkar..  Vier Bürgermeisterkandidaten hat die Stadt Kalkar bereits. Nun kommt ein weiterer hinzu. Einstimmig wählten die SPD-Mitglieder am Mittwochabend die parteiunabhängige Birgit Mosler. Warum Birgit Mosler und nicht Marco von de Löcht? Im Vorfeld gab es Gerüchte, dass der Ortsvereinsvorsitzende der SPD kandidieren würde. Doch van de Löcht hat sich dagegen entschieden. Zurzeit sei er beruflich und privat sehr eingespannt. Vor wenigen Tagen ist er zum zweiten Mal Vater geworden und hat sich auch beruflich eine neue Herausforderung gesucht. „Von Anfang an war es unser erklärtes Ziel, einen parteiunabhängigen Kandidaten zu finden. Es sollte jemand sein, der die gesamte Wählerschaft anspricht“, sagt er selbst.

Genau dieses Potenzial sieht die SPD in Birgit Mosler. „Sie hat eine ganz andere Philosophie. Birgit Mosler kann motivieren und unterschiedliche Menschen an einen Tisch bringen – und das mit Herz und Verstand“, sagt Jochem Reinkens, Fraktionsvorsitzender der SPD. Er war es, der auf Mosler aufmerksam geworden ist.

Er hat miterlebt, was Mosler in Grieth, seinem Wohnort, verändert hat. Birgit Mosler, die mit ihrer Familie seit 18 Jahren in dem kleinen Dorf am Rhein lebt, betreut an der Hochschule Rhein-Waal das Projekt „Smart Villages“. Als Projektkoordinatorin engagiert sie sich dafür, das Leben in Grieth durch Angebote wie einen Dorfladen, Bürgerbusse, schnelles Internet oder Dorffeste attraktiv zu machen. „Ich bringe einen großen Gestaltungswillen mit“, sagt die 49-Jährige.

Eine Frau mit Ideen

Den wolle Mosler auch für Veränderungen in Kalkar nutzen. Sie wolle den Bürgern der Stadt zuhören, ihnen die Möglichkeit geben, sich einzubringen und das Leben in ihrer Stadt zu gestalten. „Die Leute haben Ideen. Man muss ihnen nur die Chance geben, diese auch umzusetzen“, so Mosler. In Grieth habe sie gesehen, was man gemeinsam schaffen könne. Gemeinsam – dieser Aspekt ist zentral für Mosler.

„Ich bin kein hierarchischer Mensch“, sagt sie über sich selbst. Ihre Stärke liege darin, im Team zu arbeiten und Prozesse zu moderieren.Die Entscheidung, als Bürgermeisterin zu kandidieren, habe sie sich nicht leicht gemacht. Lange hat die Ehefrau und Mutter dreier Kinder überlegt. „Bürgermeisterin zu sein, das ist kein 40-Stunden-Job. Deswegen ist mir wichtig, dass meine Familie hinter mir steht.“

Auch ihren aktuellen Job aufzugeben, würde Birgit Mosler nicht leicht fallen. Zwei Jahre intensiver Arbeit stecken in dem Projekt. Das sei fast schon wie ein viertes Kind. Doch ihr Wille, in Kalkar etwas zu verändern, ist stärker. Die Kandidaten, die aktuell zur Wahl stehen, seien nicht zielführend. Diese Erkenntnis habe für sie den Ausschlag gegeben, sich selbst zur Wahl zu stellen.

Nicht nur die SPD teilt Moslers Ansicht, sondern auch Jörg Sadlowski, Ortsvereinsvorsitzender der FDP. Seine Partei wolle Birgit Mosler unterstützen. Auf einer gemeinsamen Aufstellungsversammlung von SPD und FDP soll Mosler nun offiziell nominiert werden. Dass die Grietherin zwar über Erfahrung in der Verwaltung verfüge, jedoch keine Fachfach auf dem Gebiet sei, sehen beide Parteien nicht als Hindernis. „Eine Stadt muss nicht verwaltet, sondern gemanagt werden“, sagt Walter Schwaya, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP. Mit dem Projekt in Grieth habe Mosler bewiesen, dass sie Management beherrsche. Trotz der Konkurrenz sehen beide Parteien gute Chancen für Mosler. „Der Stuhl des amtierenden Bürgermeisters wackelt“, sagt Marco van de Löcht.