Falscher Verbraucherschützer soll Kunden abgezockt haben

Selbst von Leuten, die die Mitgliedschaft abgelehnt hätten, habe der Verein den Beitrag abgebucht.
Selbst von Leuten, die die Mitgliedschaft abgelehnt hätten, habe der Verein den Beitrag abgebucht.
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Was wir bereits wissen
Er kassierte 89,95 Euro von den Mitgliedern seines Vereins - die versprochene Gegenleistung erbrachte er nie: In Kleve muss sich seit Dienstag ein falscher Verbraucherschützer vor Gericht verantworten. Der Prozess könnte aufwändiger werden: Allein 60 Zeugen sollen vernommen werden.

Kleve.. Ein angeblicher Verbraucherschutzverein am Niederrhein soll Tausende Menschen in ganz Deutschland mit wertlosen Versprechungen betrogen haben. Der 40-jährige Vereinsvorsitzende steht seit Dienstag wegen gewerbsmäßigen Betrugs in knapp 9500 Fällen in Kleve vor Gericht. Der Mann habe zwischen März und Oktober 2009 knapp 850 000 Euro an Mitgliedsbeiträgen kassiert, ohne dass der Verein die versprochenen Leistungen erbracht habe, stellte die Staatsanwaltschaft in der Anklage fest. Nach Angaben des Gerichtssprechers bestritt der Angeklagte die Vorwürfe.

Der Verein aus dem niederrheinischen Rees habe unter anderem mit dem Schutz vor unseriösen Akquise-Anrufen geworben. Mitarbeiter des Vereins oder ein beauftragtes Call-Center hätten die neuen Mitglieder per Telefon geworben. Die Mitgliedschaft sollte es für einen jährlichen Beitrag von 89,95 Euro geben. Selbst von Leuten, die die Mitgliedschaft abgelehnt hätten, habe der Verein den Beitrag abgebucht.

60 Zeugen sollen gehört werden

Der Verein habe nie die Absicht gehabt, für den Beitrag eine Leistung zu erbringen. Er habe nur abkassieren wollen, stellte die Staatsanwaltschaft fest. An den acht Verhandlungstagen sollen rund 60 Zeugen gehört werden. (dpa)