Fallschirmsprung im Brautkleid

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Asperden..  Junggesellenabschied – da lässt man sich manchen Gag einfallen. Ein Bräutigam musste am Wochenende Brautkleid und Schleier anziehen und wurde dann von seinen Freunden „verschleppt“. Aber (noch) nicht zum feuchtfröhlichen Gelage, sondern zu einer echten Luftnummer. Da hatten die Freunde eisern dicht gehalten und überraschten ihn mit einem Besuch auf dem Flugplatz Asperden. Im Brautkleid mit Schleier ließ sich der Heiratskandidat erklären, dass er gleich aus 4000 Metern Höhe aus einem Flugzeug springen werde. Er tat es und landete sicher – auf der Erde und bald im Ehehafen.

Am Pfingstwochenende hatte der Luftsportvereins Goch (LSV) zur offenen Tür und Piste rund 4000 Menschen angelockt. „Dauerhaft so viele Besucher wie am Sonntag hatten wir noch nie“, sagt Yvonne Heesen, Pressesprecherin des LSV. „Wir versuchen, in jedem Jahr etwas Neues zu bieten.“ Diesmal waren es ganz kleine Flieger. Denn neben den Fallschirmsprüngen und Segelflugshows gab es wieder Rundflüge für die Besucher, einen Platz im größten Doppeldecker der Welt und dazu Vorführungen von Modellflugzeugen.

„Normalerweise kommen die Menschen her, um die großen Flugzeuge in Aktion zu sehen. Aber in diesem Jahr haben auch Modellflug-Shows für außergewöhnlich viel Begeisterung gesorgt“, sagt Heesen.

Nico Kapraun zeigte mit seinem Modell, dass im Kleinformat Manöver möglich sind, über die die Großen wohl nur staunen können. Dabei sind seine Maschine gar nicht so klein. „Sie hat 3,10 Meter Flügelspannweite und einen Verbrennungsmotor mit 19 PS“, erzählt der 21-Jährige. Schon seit zehn Jahren lässt er die Modelle in die Luft gehen.

In die Luft stiegen die Besucher dann auch selbst. Zum Beispiel an Bord einer „Antonov AN-2“. „Das ist wie eine Zeitreise in die 1950er Jahre, ein ganz anderes Fluggefühl als heute“, schwärmt Yvonne Heesen. Die meisten Neugierigen nahmen dann aber an Bord der vielen kleineren Motor-Maschinen Platz.

Haus von oben sehen

In 15 Minuten ging es über den Niederrhein – einmal das eigene Haus von oben sehen oder bis zur Emmericher Rheinbrücke fliegen ist da schon drin.

Höhepunkt am Sonntagabend war die Flugshow im Sonnenuntergang. Mit Feuerwerk und der Klangkulisse eines DJs bot der erste Abend des Flugplatzfestes eine ganz besondere Club-Atmosphäre. Ein Angebot, das es so zum ersten Mal gegeben hat – und das richtig gut ankam.

Der Aufwand macht sich auch in Mitgliederzahlen bemerkbar. „Wir haben etwa 230 Mitglieder im Verein, Tendenz steigend“, weiß Pressesprecherin Heesen. Ein starkes Signal in Zeiten, in denen Flugplätze eher geschlossen und Vereine zusammengelegt werden müssen. Großes Ziel bleibt es, den Nachwuchs für die Fliegerei zu begeistern. „Wir planen weitere Kooperationen mit Schulen, um noch mehr Jugendliche zu erreichen“, blickt Heesen in die Zukunft. Ab 14 Jahren darf man ins Cockpit steigen.

Für Unentschlossene gibt es in Goch-Asperden auch Schnupperkurse. Informationen dazu und zum Verein gibt es unter der Internetadresse www.lsv-goch.de zu finden. Den meisten Zuschauern dürfte es zu Pfingsten aber gereicht haben, die teils akrobatischen Vorführungen vom Boden aus zu beobachten.