Fahrrad weg? Nachfragen lohnt sich

Ob einsam am Schul-Fahrradständer (hier in Kellen)  oder mit vielen am Schwimmbad – sicher ist ein Rad nur, wenn man es gut anschließt.
Ob einsam am Schul-Fahrradständer (hier in Kellen) oder mit vielen am Schwimmbad – sicher ist ein Rad nur, wenn man es gut anschließt.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Beim Fundbüro stehen Fietsen monatelang herum. Sie werden dann verwertet oder verschrottet. Einbrecher nehmen aus Garagen gern Elektro-Bikes mit

Kreis Kleve..  Eines der Verbraucherprotale zum Produktvergleich und Preisvergleich hat sich jetzt die Daten der Fahrraddiebstähle vorgenommen – nach Angaben der zuständigen Polizeibehörden. Logisch: In den größten Städten wird am meisten geklaut. Im Ranking der Landkreise aber steht der Kreis Kleve auf Platz elf bundesweit (laut Portal „billiger.de“). Im Jahr 2014 wurden im Kreis Kleve 2061 Fahrräder gestohlen, das sind 681 pro 100 000 Einwohner. Die Aufklärungsquote liegt bei 5,2 Prozent (übrigens sind drei Viertel der Täter Deutsche). In den letzten Tagen häuften sich tatsächlich Meldungen dieser Art: Da wird in Garagen eingebrochen und werden Fahrräder heraus geholt. Eine neue Masche? „Räder werden immer wertvoller“, weiß Polizeisprecher Manfred Jakobi. Und oft sehen es die Einbrecher gar nicht zielsicher auf Räder ab, sondern auf Elektrowerkzeuge und dann nehmen sie das Fiets mal mit. Zumal: Immer häufiger sind es teure Elektro-Bikes, die den Dieben überraschend in die Hände fallen. Früher hätten es die Langfinger auf Autoradios abgesehen, „die waren 1000 Mark wert, heute mal gerade 80 Euro,“ vergleicht Jakobi.

Außerdem wird so mancher Drahtesel „bloß ausgeliehen“, wenn jemand nach durchzechter Nacht schnell nach Hause will. Selbst wenn das Velo dann zum Besitzer zurück findet, steht eine solche Tat „ungeklärt“ in den Polizeiakten. Zum Glück sind Übergriffe von Betrunkenen selten so spektakulär wie der Überfall auf den Jugendlichen am Klever Bahnhof (siehe Polizeimeldung rechts).

Lohnt es sich, bei den Fundämtern nach einem gestohlenen Fiets zu fragen? „Auf jeden Fall!“, betonten die Sprecher der Städte Kleve und Goch.

„Die Stadt Kleve hat mit dem Theodor-Brauer-Haus Kleve einen Kooperationsvertrag über die Behandlung und Verwertung von Fundfahrrädern geschlossen“, so Kleves Sprecher Jörg Boltersdorf.

Nur drei abgeholt

Das TBH sammelt und lagert gefundene Bikes. Bestohlene können sich bei der Fahrradfundstelle des TBH, Briener Straße 22, donnerstags in der Zeit von 8.30 bis 17.30 Uhr gefundene Fahrräder ansehen. Zweimal im Jahr werden Fund-Fahrräder versteigert. Außerhalb dieser Termine kann man sie nicht kaufen.

Im Jahr 2013 wurden in Kleve 77 Fahrräder gefunden. Eins konnte dem Eigentümer zugeordnet werden. 2014 wurden 94 Fahrräder gefunden, drei fanden nach Hause zurück.

In Goch wurden im vorigen Jahr 58 Velos gestohlen gemeldet. „Sie sind nach Schlüsseln die häufigsten Fundstücke“, sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. „Nur zwei wurden wieder abgeholt. Nachfragen lohnt sich immer!“ Bürgerservice 02823 / 320-125.

Sechs Monate muss die Stadt die gefundene Gegenstände aufbewahren. Früher verkaufte Goch nach dieser Frist ein herrenloses Damenrad oder Citybike an jedermann. Dann gab es Beschwerden gab – „Die Bremse ist aber kaputt, das Licht geht nicht“ – , Goch hörte auf. „Wir sind keine Einzelhändler. Das Anspruchsdenken ist zu hoch“. So kann nur noch der Finder das Rad günstig erwerben – und wenn er es nicht will, kommt es zum Schrotthändler.

Polizeisprecher Manfred Jakobi rät: „Man sollte sich die Rahmennummer seines Rades notieren oder es bei jedem Bezirksdienst oder Polizeiwache codieren lassen. Früher haben wir dazu Nummern eingraviert, heute wird eine schwer lösbarer Aufkleber verwendet.“