Fährbetrieb wird eingestellt

Die Fähre nach Schenkenschanz
Die Fähre nach Schenkenschanz
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Nach einer langen Sitzung beschloss der Klever Stadtrat gestern Abend, dass der Fährbetrieb nach Schenkenschanz eingestellt werden soll

Kleve..  Der Rat der Stadt Kleve hat gestern Abend um 21.15 Uhr nach einer langen Sitzung die Aufgabe des Fährbetriebes nach Schenkenschanz beschlossen. Damit geht jetzt eine Empfehlung an den Aufsichtsrat der Stadtwerke raus, der letztlich darüber zu bestimmen hat. Auch das defizitäre Parkhaus Neue Mitte soll aus Kostengründen aufgegeben werden.

„Nur noch touristisches Highlight“

Dieses Ergebnis wird die Schänzer nicht freuen. Quasi in einer ad hoc-Entscheidung stimmte der Klever Stadtrat gestern Abend für die Aufgabe der Fährverbindung. Die FDP-Fraktion hatte den Antrag gestellt, die Verbindung zwischen Düffelward und Schenkenschanz zu streichen. Dass die Fähre so kurzfristig wieder Thema sein wird, damit haben viele Schänzer nicht gerechnet und von der plötzlichen Brisanz auch nichts gewusst. Der Antrag der FDP wurde gestern als letzter Tagesordnungspunkt der Sitzung aufgenommen. Öffentlich kommuniziert worden ist das Anliegen nicht.

Daniel Rütter (FDP) führte aus, dass man die Stadtwerke von defizitären Geschäften befreien müsse. Dazu zähle die Fähre in Schenkenschanz und dazu zähle auch das Parkhaus Neue Mitte. Die Fähre habe nicht mehr die Bedeutung wie früher, so Rütter. Sondern sei vielmehr als ein touristisches Highlight zu sehen. Die Kosten würden den Betrieb aber nicht mehr rechtfertigen. Auch die Landwirtschaft nutze die „Martin Schenk“ nicht mehr.

Bestürzt nahm Carina Giesen (Offene Klever) den Antrag zur Kenntnis. „Es ist ein Skandal, dass wir zu dieser Uhrzeit, nach so einer langen Sitzung über so eine wichtige Sache abstimmen sollen.“ Die Fähre sei nicht nur ein touristisches Highlight, sondern eine wichtige Lebensader für die Menschen auf Schenkenschanz. „Für viele ist sie immer noch die direkte Verbindung. Man kann doch nicht eine gesamte Ortschaft einfach abschneiden.“

Geheime Abstimmung

Die SPD-Fraktion wollte die Entscheidung vertagen: „Wie sollen wir denn ohne eine vernünftige Grundlage und ohne Kenntnis der genauen Zahlen darüber abstimmen“, fragte der SPD-Sprecher Michael Kumbrinck. Er monierte, dass zuvor keine Aussprache in einem Fachgremium stattgefunden habe. Auch eine öffentliche Diskussion mit den Schänzern hat es im Vorfeld nicht gegeben.

Wolfgang Gebing, Fraktionschef der CDU, verlangte eine geheime Abstimmung. Ergebnis: 26 Ratsmitglieder stimmten mit Ja, 16 Abgeordnete mit Nein und es gab eine Enthaltung.