Es rächt sich teuer

Elternverhalten kann man nicht voraus sehen, sagt der Gocher CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Bremer der NRZ. Er rechne damit, dass sich die Zahlen fehlender Kita-Plätze „noch weiter relativieren“, weil viele Eltern ihr Kind nur vorsorglich anmelden, um den Platz zu sichern. „Eine Mitarbeiterin der Verwaltung sagte mir, im vorigen Jahr war es nicht anders“, so Bremer. „Kinder fallen nicht vom Himmel. Die Entwicklung muss doch zu erkennen gewesen sein“, meint dagegen Ulrich Knickrehm (BFG). Beide haben Recht und die Verwaltung den Schwarzen Peter. Wer hat verschlampt oder im Wahljahr 2014 gar verschleiert? Selbst ein „nicht gewusst“ ist blamabel. Der Kontakt zwischen Verwaltung und Trägern muss dringend intensiver werden.

Die Politiker wollen zunächst Eltern ihr Anrecht auf einen Kita-Platz erfüllen. Aber dann wird die politische Abrechnung folgen. Der Fehlbedarf von 100 Kita-Plätzen muss erklärt werden. Etwa damit, dass die Stadt der (reichen) Kirche keine Kita schenken will, wie es der Bürgermeister sagte? Es rächt sich teuer, dass es keinen Stadt-Zuschuss zur Sanierung des „Hauses der Kinder Liebfrauen“ oder Ausbau Martin-Franz-Stiftung gab.