„Es muss sich etwas ändern“

Die Klever Einrichtung ist voll belegt.
Die Klever Einrichtung ist voll belegt.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Klever SPD bemängelt die Zustände im Asylbewerberheim. Sowohl die Hygiene als auch die Sicherheitsvorkehrungen ließen zu wünschen übrig

Kleve..  Die Situation im Asylbewerberheim an der Stadionstraße ist jetzt Gegenstand der politischen Diskussion. Die SPD-Ratsfraktion hat gestern einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben, mit der Bitte, schnellstmöglich sich der Situation im Asylbewerberheim anzunehmen. Die SPD bemängelt einige Missstände in dem Haus, die unter anderem die Sicherheit der Bewohner und die Hygiene betreffen. Ein Klever Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte, spricht von „Zuständen“, die „unerträglich und unhaltbar“ seien. Auch Petra Tekath, Fraktionsvorsitzende der SPD, sagt: „Es ist ganz schrecklich. Da muss sich dringend etwas ändern.“

Willibrord Haas, Erster Beigeordneter der Stadt Kleve, versicherte gestern der NRZ, dass man alles tue, damit es den Flüchtlingen so gut wie möglich gehe. Er wisse, dass die Situation zurzeit angespannt sei. Das Haus sei mit 120 Personen voll belegt. Und dafür sei die Einrichtung auch genehmigt worden.

„Wir wollen ja helfen“

Es gebe in der Tat einen kleinen Teil der Bewohner, der Ärger durch Vandalismus bereite. Diese Schäden würden auch ersetzt, nur man könne dies nicht permanent sofort tun. Irgendwo gebe es auch Grenzen. „Wir sind in einem Dilemma: Wir wollen ja helfen“, so Kämmerer Willibrord Haas. Eindringlich warnt er davor, das Fehlverhalten einiger Personen allen Asylsuchenden zu zuordnen.

Das Problem einiger gewaltbereiter Asylbewerber, die mitunter von ihren Kriegserlebnissen traumatisiert seien, wolle man nun rasch angehen. Die Stadtverwaltung möchte einen Teil dieser Männer in separate Wohnungen dezentral unterbringen und auch zusätzlich Sportangebote und andere Aktivitäten anbieten, damit diese Männern eine sinnvolle Beschäftigung haben.

90 Prozent der Asylbewerber würden sich vernünftig verhalten, so Haas. Seine Mitarbeiter seien oft vor Ort und würden nach dem Rechten schauen. Zurzeit kontrolliere der Ordnungsdienst der Stadt Kleve in der Nacht sporadisch unangemeldet das Heim. Diese Überprüfungen seien zum Wohle aller Asylsuchenden und könnten durch andere Anbieter noch ausgeweitet werden, so Haas.

Überwachung rund um die Uhr?

Es könne aber nicht sein, dass man eine 24-Stunden-Überwachung einführt. „Dies kann ich dem Klever Steuerzahler nicht anlasten und werde es dem Rat der Stadt Kleve auch nicht empfehlen“, so der Kämmerer. Eine 24-Stunden-Betreuung würde gut 120 000 Euro kosten.

Petra Tekath (SPD) wäre damit einverstanden: „Das was ich gesehen habe, rechtfertigt diese Ausgabe. Da muss dringend jemand sein“, sagt sie.