Ermittler gehen von Brandstiftung in Klever Studentenwohnheim aus

Der Parkplatz von Dorsemagen wurde zur Rettungsstation. Drei Studierende wurden ambulant behandelt, zwei mussten ins Krankenhaus.
Der Parkplatz von Dorsemagen wurde zur Rettungsstation. Drei Studierende wurden ambulant behandelt, zwei mussten ins Krankenhaus.
Foto: AG
Was wir bereits wissen
In einem Studentenwohnheim in Kleve hat es am Mittwoch gebrannt. Kripo und Sachverständige gehen von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus.

Kleve.. Fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung - so lautet das Ergebnis der Ermittlungen der Kriminalpolizei, die gemeinsam mit einem Brandsachverständigen nach den Ursachen des Brands auf der Hafenstraße in Kleve. In einem Studentenwohnheim war dort am Mittwochnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Gegen 16.20 Uhr geriet die Eckwohnung im 3. Obergeschoss eines 24-jährigen Studenten in Brand. Einen technischen Defekt können die Kriminalermittler der Polizei ausschließen, die noch am Mittwoch den Wohnungsbesitzer nach den Ursachen des Brandes befragten.

Feuerwehr und Polizei machten sich am Mittwoch für einen Großeinsatz bereit. Gut 50 Feuerwehrleute waren vor Ort und zahlreiche Rettungskräfte. Fünf Studenten wurden von der Rauchentwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Drei wurden noch vor Ort ambulant versorgt. Zwei Studierende wurden mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus nach Emmerich gebracht, so der Leitende Notarzt Andreas Lamers zu unserer Redaktion.

"Wir haben den Brand gerochen"

Während die Feuerwehrmänner aus Kleve, Kellen und Bedburg-Hau die Flammen löschten, stand der bisherige Bewohner der Wohnung recht aufgelöst am Straßenrand, ebenso andere Studenten. „Wir wohnen oben ganz links im Flur,“ erzählt Hanok Bernane, Maschinenbaustudent aus Äthiopien. „Wir haben den Brand gerochen“, schildert sein Mitbewohner Miltos Stavaidis aus Griechenland.

„Wir sind durch die Flure gelaufen, haben an Zimmern geklopft“. Die meisten rannten dann die Treppen runter. Miltos sieht zu seiner Wohnung hoch, in die er in der Nacht eigentlich unbedingt noch einmal hinein will, um seine Sachen zu holen. Denn am Donnerstag schreibt er eine Matheklausur.

Rauchmelder retteten wohl Leben

Eine Klausur hatte Justus Gräßer am Mittwoch bereits hinter sich und ruhte sich im Bett aus. „Ich habe wohl Lärm auf dem Flur gehört“, aber er wartete ab. Als das laute Treiben nicht aufhörte, zog der Student aus Berlin dann doch die Gardinen vor seinem Fenster im dritten Stock zur Seite. „Rauch verdunkelte die Sonne“, beschreibt er ein unwirkliches Licht. Er kam nicht mehr durchs Treppenhaus. „Die Feuerwehr hat mich mit der Drehleiter übern Balkon geholt.“

Justus Gräßer war einer von drei Studenten, die von der Feuerwehr mit der Drehleiter gerettet wurden. Stadtbrandmeister Ralf Benkel bestätigte unserer Redaktion, dass sich niemand in der eigentlichen Brandwohnung aufhielt. Die Rauchmelder hätten funktioniert und wahrscheinlich Leben gerettet. Auch die Brandschutzmaßnahmen des Neubaus hätten dafür gesorgt, dass sich das Feuer nicht ausbreiten konnte.