Erinnerung an Wilhelm Frede

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Kleve..  Ein mutiger Christ in dunkler Zeit war der Klever Wilhelm Frede. Vor 140 Jahren war er geboren worden. Aus dem Anlass reiste der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Dr. Werner Thissen, an und zelebrierte in der Unterstadtkirche St.-Mariä-Empfängnis eine Heilige Messe zur Erinnerung. Die Unterstadtkirche war Fredes ,Heimatkirche‘. Frede hatte sich als bekennender Christ gegen den Nationalsozialismus gestellt und war am 13. März 1942 an den Folgen der Haft im Konzentrationslager Sachsenhausen gestorben. Thissen kommt auch aus Kleve und ist vor daher Fredes Andenken verbunden. Er feierte den Gottesdienst gemeinsam mit dem Weihbischof für die Region Niederrhein, Wilfried Theising, mit Propst Johannes Mecking und Pater Alfred Bell. Der Kirchenchor begleitete den Gottesdienst musikalisch mit der ,Missa antiqua‘ in lateinischer Sprache von Wolfram Menschick.

Paul Gerhard Küsters, der engagiert die Erinnerung an Frede seit Jahren lebendig hält (u.a.schrieb er eine Biografie), erzählte dessen Lebensgeschichte. „Als glaubenstreuer Christ wollte er sich keinem Zwang unterwerfen“, sagte der ehemalige Studiendirektor. Frede, der als deutscher Diplomat 40 Jahre lang im Dienst des Niederländischen Konsulats in Kleve tätig war, wurde 1938 von der Königin Wilhelmina als Ritter in den Orden von Oranien-Nassau aufgenommen.

Am Morgen hatte Küsters mit dem Weihbischof und einigen Gemeindemitgliedern im Xantener Dom einen Kranz niedergelegt. In der Krypta befindet sich die ,Gedenkstätte neuzeitlicher Märtyrer‘, in der auch an Wilhelm Frede erinnert wird. „Diese Feier ist auch für die Historie dieser Stadt ein wichtiges Anliegen,“, so Küsters, denn Frede habe „zur Ehrenrettung unseres Volkes beigetragen“.

Der emeritierte Erzbischof sagte, Frede habe den guten Kampf gekämpft, er sei sich treu geblieben, auch, wenn es ihn das Leben gekostet habe. Über die Frage nach der möglichen Einleitung eines Seligsprechungsverfahrens habe er sich bereits mit Bischof Dr. Felix Genn ausgetauscht. Das letzte Wort habe der Papst. Den Mitgliedern des Wilhelm-Frede-Kreises um Paul Gerhard Küsters dankte Thissen dafür, dass sie die Erinnerung an Frede lebendig hielten.