Endlich richtig satt
11.03.2009 | 20:48 Uhr 2009-03-11T20:48:00+0100
Dr. Andre´ Stobernack, Leiter der Chirurgie, hat sich unter anderem auf dem Gebiet der Adipositaschirurgie einen Namen gemacht. Übergewicht und der Kampf gegen eben dieses gehören zu seinem beruflichen Alltag.
Goch. Salat, Salat. Sport, Sport. Diät, Diät – Anke Ebbing (37) kann das alles nicht mehr hören. Abnehmen musste sie. Und das schon als Kind. „Aber nichts hat wirklich etwas gebracht”, erinnert sie sich. Bis, ja bis sie von dem neuen Arzt im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital hörte: Dr. Andre´ Stobernack, Leiter der Chirurgie. Seit rund einem Jahr ist er nun Nachfolger von Prof. Dr. Karl Lindecken – und hat sich unter anderem auf dem Gebiet der Adipositaschirurgie einen Namen gemacht. Übergewicht und der Kampf gegen eben dieses gehören zu seinem beruflichen Alltag.
Seit 2004 hat er bereits 120 Magenbänder eingesetzt und mehr als 30 Magenbypass-Patienten operiert. Sieben Magen-OP's gegen das Übergewicht hat er bisher in Goch durchgeführt und ist – wie seine Patienten auch – „begeistert von dem Ergebnis”, so Stobernack. Denn enormem Übergewicht gehen neben Beweglichkeitsstörungen und Diabetes auch andere Schwierigkeiten einher. Beispielsweise solche zwischenmenschlicher oder sozialer Natur. „Jetzt ist alles so viel einfacher”, sagt Anke Ebbing, die dank ihrer Magenverkleinerung nun die Kilos purzeln sieht.
Man sei schlichtweg schneller satt, habe weniger Hunger und nehme somit weit weniger Kalorien zu sich. Irgendwann pendle sich das Gewicht der Menschen, das zuvor irgendwo bei 160, 180 oder 200 Kilogramm lag, wieder im Normalbereich ein, erklärt Stobernach. Das Problem: Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine solche Operation nicht. „Allein in Goch stehen 17 Übergewichtige auf der Warteliste - meist gibt's erstmal eine Absage”, so der Mediziner.
Durchschnittlich sieben bis acht Tage stationärer Aufenthalt gehen mit einer Magen-OP einher. Manchmal auch ein bisschen länger. Denn: Ungefährlich ist es nicht. „Ich habe dann auch Angst um meine Patienten”, sagt Stobernack, „schließlich operieren wir Gesunde.” Deshalb sei eine ausgiebige Voruntersuchung selbstverständlich und enorm wichtig: Ein „richtiges” Screening, Kontrolle des Herz- Kreislaufsystems, eine Endoskopie und mehr gehören dazu.
Im Anschluss an die Operation sei eine Nachbetreuung der Patienten von ebenso großer Wichtigkeit, schließlich berge der Eingriff ein hohes Risiko in Sachen Blutungen, beispielsweise. Thrombose und Lungenembolie sind dabei als gefährlichste Nachwirkungen zu nennen.
In den vergangenen Tagen hatte Stobernack Besuch aus Südafrika, von Mediziner Dr. Bernhard Little. Er war begeistert von der Arbeit einer so kleinen Klinik und ihrer Spezialisierung.
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