Elternrat heizt die Stimmung an

Ralf Haimerl ist Vorsitzender des Jugendamtselternbeirates Goch.
Ralf Haimerl ist Vorsitzender des Jugendamtselternbeirates Goch.
Foto: Kleve
Was wir bereits wissen
Der Vorsitzende Ralf Haimerl übt Kritik an der Arbeit der Gocher Stadtverwaltung. Sein Vorwurf: sie arbeite nicht transparent und mache keine Vorschläge

Goch..  Gut eine Woche vor der wichtigen Jugendhilfeausschussitzung in Goch heizt der Jugendamtselternbeitrat (JAEB) die Stimmung an. In einer Elterninformation greift der Vorsitzende des Gremiums, Ralf Haimerl, die Arbeit der Gocher Stadtverwaltung an. So habe es in den vergangenen Jahren keine exakte Erhebung der Anmeldedaten für Kitas gegeben, wie es die Jugendhilfeplanung vorsehe. Nun werden zum ersten Mal auch Doppelanmeldungen herausgefiltert. Dies sei zwar zu begrüßen, aber: „Wir reagieren mit Unverständnis, dass die Daten nun fast zwei Monate von der Verwaltung zurückgehalten werden.“ Ohne eine Transparenz bei der Datenlage könne der Jugendhilfeausschuss keine ernsthafte und zukunftsorientierte Entscheidungen treffen, so Haimerl.

Die Gocher Stadtverwaltung möchte zu dem dreiseitigen Schreiben des JAEBs keine Stellung nehmen. Dafür sei die Diskussion im Jugendhilfeausschuss da, so Sprecher Torsten Matenaers auf NRZ-Nachfrage. Allerdings habe man bereits bei der Einladung zur Sitzung mitgeteilt, dass aufgrund der Karnevalstage die Sitzungsunterlagen erst in der 8. Kalenderwoche verschickt werden. Dies werde man jetzt auch in dieser Woche noch vornehmen, so Matenaers.

Merkwürdige Überraschung

Der Elternbeirat teilt in dem Schreiben ferner seine Verwunderung mit, dass die Gocher Verwaltung über die starken Anmeldezahlen überrascht gewesen sei: „Merkwürdig finden wir dies schon, denn die Verwaltung legte kurz zuvor selber eine Studie aus 2011 vor, in der der Anspruch des Bedarfes zu sehen ist. Zudem wurde im Jugendhilfeausschuss wiederholt, was der JAEB Goch schon im April sagte: es ist ein landesweites Ergebnis und gemeinhin bekannt gewesen.“ Der JAEB habe das Jugendamt bereits im April 2014 vor der bevorstehenden Entwicklung gewarnt. Da könne man ein elfmonatige Vorlaufzeit nicht als plötzliche Entwicklung bezeichnen, so Haimerl.

Im Gespräch mit der NRZ betonte Karl-Heinz Otto bereits vor ein paar Wochen, dass er ja auch keine Kindergärten auf Vorrat hätte bauen können. Dann hätte man ihn auch für verrückt erklärt, so Otto. Daher sei die jetzige Situation auch kaum zu vermeiden gewesen.

Der Elternbeirat kritisiert ferner, dass es sehr beunruhigend sei, dass es „bislang keine Vorschläge gibt, wie die Versorgung der 100 U3-Kinder in Goch aussehen soll.“ Die Tagespflege könne da kein Ausweg sein, denn laut Gesetz haben Eltern einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Der Elternbeirat erwartet jetzt eine zügige Klärung der Probleme.

Denn davon gebe es genug. Haimerl erinnert daran, dass es in der Kita-Liebfrauen Schimmelbildung gebe, die Umbaukosten für das Astra nicht bekannt seien und die Kosten für den Umbau der Arnold-Janssen Schule liegen öffentlich noch nicht auf dem Tisch, so der Elternrat.