Elternbefragung in Kleve ist beendet
22.11.2011 | 20:08 Uhr 2011-11-22T20:08:00+0100Kleve/Bedburg-Hau/Kranenburg. Die Elternbefragung für die Grüdnung einer weiterführenden Schule in Kleve ist beendet. In der Stadt Kleve gaben 63 Prozent der Grundschuleltern den Fragebogen ausgefüllt zurück, in Bedburg-Hau 67 Prozent, in Kranenburg 56 Prozent. „Bei der Befragung 2009 hatten wir 55 Prozent“ erinnert auf NRZ-Anfrage Kleves Schulverwaltungsamtsleitern Annette Wier. Wer jetzt noch seinen Fragebogen im Tornister des Sprößlings wiederfindet, kann übrigens nicht mehr an der Umfrage teilnehmen – zu spät. Bis Mitte nächster Woche werden die Antworten der Eltern ausgezählt sein, stellt Wier in Aussicht. Dann werde sofort das offizielle Ergebnis verkündet.
Welche Schlüsse die Stadt als Schulträger, die beiden beteiligten Kommunen, der Schulgutachter Dr. Detlef Garbe und die Bezirksregierung als begleitende Instanz daraus ziehen, wird im gemeinsamen Schulausschuss der drei Kommunen am 9. Dezember zur Sprache kommen. Der Rat Kleve wird am 14. Dezember beschließen. Wie berichtet, muss die Stadt Kleve bis Jahresende die Eckpfeiler für ein Konzept in Düsseldorf abgegeben haben.
„Sehr viele unserer Eltern waren zur Infoveranstaltung gegangen und ich hatte ihnen anhand einer Grafik schon vor Wochen zusammengestellt, was eine Sekundarschule ist“, antwortet der Schulleiter der St. Michael Grundschule Reichswalde, Hermann-Josef Leimbach der NRZ. Von Müttern bekam er die Rückmeldung: „Viele sind von der Gesamtschule angetan.“ Von 216 Reichswalder Grundschuleltern haben 175 ihre Zettel abgegeben, weiß Leimbach.
Den Elternabend an „seinen“ beiden bald fusionierenden Grundschulen Lutherschule und Christus-König-Schule schiebt Jens Willmeroth extra Richtung Weihnachten auf – um dann gezielter den Elternwunsch und Lehrerwunsch für die Zukunft des jeweiligen Schülers abgleichen zu können. „Es gab in der Umfragezeit nur hier und da mal eine Nachfrage“, ansonsten waren die Innenstadt-Eltern gut informiert, hatte er den Eindruck. Er rechnet damit, dass die Abgangs-Beurteilungen der Grundschulen, die bisher beispielsweise „sind geeignet für Realschule oder Gesamtschule“ hießen, dann einfach den Zusatz „… oder Sekundarschule“ erhalten werden.
Birgit Pontzen von der Willibrord-Grundschule Kellen gestanden einige Mütter und Väter durchaus noch Zweifel an der Qual der Wahl auf dem Fragebogen: „Was passiert mit meinem Kind?“ Pontzen: „Ich kann nur sachlich informieren. Es ist eine Zeit der Unsicherheit. Besonders Familien mit jüngeren Geschwisterkindern sind sich dessen bewusst.“ Während für die Hauptschulen der Strukturwandel akzeptiert ist, ist die Zukunft der Realschulen in Kleve ungewiss. Der Förderverein der Karl-Kisters-Realschule Kellen wirbt für den Bestand der Schulform „Realschule“ mit riesigen Anzeigen, die stolz Leistungen der Schule außerhalb des Stundenplans benennen – Kunst, Sport, Musik.
Der Leiter der Ganztags-Realschule Hoffmannallee, Jürgen Schmitz, freute sich über „sensationelle Elternbeteiligung“ am städtischen Info-Abend. Er erinnert, dass seine Realschule seit vier Jahren das längere gemeinsame Lernen praktiziert. Er hat seinen Tag der offenen Tür nicht ohne Grund vom 3. Dezember jetzt erst einmal auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
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Die Rückläufe finde ich doch enttäuschend. Andererseits aber verständlich, wenn man bedenkt, dass seit zwei Jahren auf Umfrageergebnisse gepfiffen wird wie in Kleve geschehen. Da fragen sich natürlich viele Eltern:" Was soll ich denn abstimmen - ernsthaft interessiert das doch keinen im Rathaus!?" ...