Eisflächen: noch keine Freigaben
10.02.2012 | 18:45 Uhr 2012-02-10T18:45:00+0100
Kreis Kleve. Kommunen wollen sich nicht aufs Glatteis begeben. Private Eisflächen und Kolke werden am Wochenende stark besucht.
An diesem Wochenende werden tausende Menschen auf der vereisten Binnenalster in Hamburg das Alstereisvergnügen feiern. Das Ordnungsamt hat’s wegen der lang anhaltenden Minusgrade und 20 Zentimeter Eisdicke genehmigt. Auch der Kreis Kleve bibbert seit Wochen unterm Gefrierpunkt. Dennoch: Viele Kommunen scheuen davor, öffentliche Eisflächen frei zu geben.
Die entsprechenden Verordnungen der Städte und Gemeinden sehen zwar grundsätzlich die Möglichkeit vor, gefrorene Gewässer für Schlittschuhläufer zugänglich zu machen. Allerdings, erklärt der Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit der Stadt Kleve, Wolfgang Goffin, müsste die Stadt dann „Tag und Nacht sicherstellen, dass die Eisfläche genutzt werden kann“.
„Betreten Verboten“ auch in Kalkar, Goch und Hau
Dies sei aber schlichtweg nicht möglich und der Grund dafür, warum in der Regel öffentliche Eisflächen nicht frei gegeben werden. Ebenso wenig könne die Stadt natürlich all diejenigen verfolgen, die trotz der Verbote die Eisflächen betreten. Goffin stellte jedoch klar, dass diese Personen „ausschließlich auf eigene Gefahr“ handeln.
Auch die Gemeinde Bedburg-Hau sowie die Städte Goch und Kalkar planen nicht, ihre Eisflächen frei zu geben. Im Gegenteil: In Kalkar sollen die zwei Teichflächen am Stadtpark und in der Graben- und Wallzone mit „Betreten Verboten“-Schildern versehen werden, so Frank Sundermann, Leiter des Fachbereichs Bauen bei der Stadt Kalkar.
Wer dennoch nicht auf eine Freiluft-Rutschpartie bei eisigem Wind und Sonnenschein verzichten will, kann dies auf einigen privaten Eisflächen tun. Neben dem Schwimmbad Goch Ness ist auch in diesem Jahr wieder eine 400qm große Schlittschuhbahn geschaffen worden, für deren Benutzung allerdings Eintritt zu entrichten ist.
Rundlauf ums Schloss noch nicht frei
Gratis benutzen kann man die Eisfläche in Bedburg-Hau, die Bauer Hövelmann auf seinem Bauernmarkt-Gelände angelegt hat. Auf beiden Bahnen waren in den letzten Tagen zahlreiche Schlittschuh-Fans zu sehen.
Auch gefrorene Kolke in Kellen, Rindern und Wiesen in Düffelward und an der Niers lockten gestern Dutzende Familien mit Schlitten und Eishockeyschlägern zum sportlichen Eis-Vergnügen. Eine breite Begehbarkeit der Eisflächen im Kreis lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Feuerwehr und DLRG warnen davor, dass das Eis in Ufernähe häufig tragfähig erscheine, während es an anderen Stellen noch sehr dünn sein könne.
Apropos zu dünn: Aktuell sind auch die Eisflächen auf dem Schlossgraben Moyland noch nicht dick genug für eine außergewöhnliche Schlittschuhtour rund um das Museum. Pressesprecherin Sofia Tuchard machte aber deutlich: „Wir haben diese Idee im Hinterkopf“. Jetzt hinge es von der weiteren Entwicklung der Temperaturen ab, ob man diese realisieren kann.
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