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Wunderland

Eine Wundertüte

22.02.2012 | 18:01 Uhr

Kalkar-Hönnepel.   Wie spricht man Geschäftsleute, Partymacher, Kleinkinder und Senioren gleichzeitig an ? Eine interessante Erklärung.

Für Marketing-Strategen muss das Wunderland Kalkar eine echte Herausforderung sein. Wofür steht der Rummelplatz am Rhein? Für ein nie betriebenes Atomkraftwerk -- so viel ist klar. Aber sonst? Wer ins Wunderland Kalkar geht, der verbindet damit alles und nichts. Kegelclubs treffen sich hier, um ordentlich auf die Pauke zu hauen. Eltern und Kleinkinder vergnügen sich im Freizeitpark und Businessleute möchte Geschäftsführer Han Groot-Obbink für Messen und Konferenzen gewinnen. Nicht zu vergessen „ist die wichtige Gruppe der Senioren“ und das bunte Mischmasch von Deutschen und Holländern. Mit einem Museum über den Brüter und erneuerbare Energien wird das kulturelle Publikum angesprochen.

Der Sauerlandstern vom Niederrhein

Wofür steht also das Wunderland in Kalkar? Mit dieser Frage hat sich Han Groot-Obbink am Dienstagabend im Rahmen eines interessanten Vortrages vor Marketingfachleuten höchstselbst auseinander gesetzt. Der Geschäftsführer weiß genau, wie verdammt schwierig es ist, all die unterschiedlichen Gruppen unterschiedlich anzusprechen. Und vermutlich muss man ein bisschen holländisch-hemdsärmelig sein, um aus diesem scheinbaren Wirrwarr ein überzeugendes Paket zu schnüren. Han Groot-Obbink schafft es mit Charme: „Nach diesem Abend im Brüter werden sie morgen strahlend aussehen.“

Ein Eindruck scheint sich allerdings schon verfestigt zu haben: Das Wunderland ist der Sauerlandstern vom Niederrhein. Party bis zum Abwinken, alles inklusive. „Damit haben wir zu kämpfen“, gibt Groot-Obbink zu. Nicht, dass es ihn groß stören würde, denn die Kegelclubs aus NRW lassen eine Menge Geld in Kalkar. Allerdings passen Partymonster und sorgsame Kurzurlauber mit Kleinkindern auch nicht so recht zusammen. „Wir wollen etwas seriöser werden“, sagt Groot-Obbink. Und sagt dies auch im Hinblick auf die neu zu werbende Business-Fraktion.

Die Verwirrung um den Freizeitpark beginnt schon beim Namen: Schneller Brüter, Kernwasser-Wunderland, Kernie oder jetzt einfach nur Wunderland. Die Namensgebungen für das Kalkarer Spaßzentrum sind fast so üppig, wie die Zielgruppen, die man ansprechen möchte.

Trotzdem läuft der Laden. Die Leute kommen aus ganz Deutschland und aus den Niederlanden. 550 000 bis 600 000 Gäste jedes Jahr. Durch gezieltes Marketing versucht man die unterschiedlichen Gruppen voneinander zu trennen: Die Kegelclubs dürfen im Frühjahr und im Herbst kommen, die Familien mit Kleinkindern sollen im Sommer da sein. Abseits die Businessleute, die durch neue Messen nach Kalkar gelockt werden sollen: Greenlive, Motorradmesse, Freizeitmesse. Ein weiteres Angebot: Eine Ausstellung über erneuerbare Energien soll auf die Beine gestellt werden. Platz dafür soll in einer neuen Eventhalle geschaffen werden, die kurz vor Baubeginn stehe.

Kann das alles gut gehen? Han Groot-Obbink gibt unumwunden zu, dass die Belegungszahlen für seine Hotelbetten durchaus besser sein könnten. Aktuell habe er 270 Hotelgäste. Die Auslastung liegt damit bei gut 25 Prozent: „Das könnte besser sein“, sagt der Geschäftsführer. Die Kernzeit sei nun mal von April bis Oktober. Für das Frühjahr wirbt er jetzt mit neuen Angeboten. Beispiel: der Jobberday an diesem Wochenende.

Andreas Gebbink

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