„Eine Volkshochschule gehört in die Stadt“

Goch..  Für Hilde Fielenbach-Hensel kamen die neuen Zahlen für die Kindergartenbedarfsrechung sehr überraschend. „Ich wusste nicht, dass so viele Plätze fehlen“, sagte die Grünen-Politikerin der NRZ. Dass das Astra zu einer neuen Kindertagesstätte umgebaut werden soll, sei „okay“. „Es gibt natürlich immer bessere Lösungen“, so Fielenbach-Hensel. Aber der Astra-Vorschlag der Verwaltung sei unter den gegebenen Umständen gut. Den Vorschlag, die Liebfrauen-Kita in die Räume der ehemaligen internationalen Schule umziehen zu lassen, hält sie allerdings für diskussionswürdig: „Darüber müssen wir noch reden“, sagte sie und blickte dabei auch auf die katholische Kirche, die den Standort an der Kalkarer Straße auch sanieren könne: „Eigentum verpflichtet“, so Fielenbach-Hensel. Zugleich kritisierte sie das Vorhaben die VHS nach Pfalzdorf zu verlagern: „Eine Volkshochschule gehört in die Stadt, nicht nach Pfalzdorf.“ Klaus-Dieter Nikutowski (SPD) ärgert sich über das Hauruck-Verfahren der Verwaltung: „Die Dinge fallen doch nicht vom Himmel“, so Nikutowski. Eine zeitigere Information hätte erfolgen müssen, nun sei man in Zeitdruck.

„Demonstration der Fachkompetenz“

Karl-Heinz Bremer (CDU) lobte hingegen die Verwaltung: „Das war eine Demonstration der Fachkompetenz unserer Verwaltung“, so Bremer. Die Politik könne sich glücklich schätzen, dass man im Rathaus bereits Lösungsvorschläge erarbeitet habe, mit denen man sehr gut leben könne. Die wichtigste Botschaft sei: Alle Kinder erhalten einen Kindergartenplatz.

Bürgermeister Karl-Heinz Otto kann die Kritik an seiner Vorgehensweise nicht verstehen. Man habe die Politik so schnell wie möglich unterrichtet. Erst Ende Dezember habe man die Zahlen der Kita-Abfrage auf dem Tisch gehabt und dann binnen eines Monats Lösungen erarbeitet. Bereits vor zwei Wochen habe man den Termin festgesetzt. Persönlich habe er auch schon mit einigen Politikern gesprochen.

Die Anmeldesituation für Kindertagesstätten sei jedes Jahr unterschiedlich. „Hätte ich im vergangenen Jahr vorgeschlagen, lasst uns mal 100-Kita-Plätze auf Vorrat bauen, hätten mich doch alle für bekloppt erklärt“, so Otto. Außerdem müsse man darüber nachdenken, dass bereits in wenigen Jahren die Zahl der Kinder wieder abnehmen wird: „Wenn wir jetzt eine neue Kita bauen, heißt es doch in ein paar Jahren: Mann, waren die blöd.“

Der Zeitdruck sei jetzt da, aber auch nicht zu verhindern. „Man kann uns doch nicht für die bauliche Situation von Kitas verantwortlich machen, die nicht in unserer Trägerschaft sind“, so Otto. Die Politik habe jetzt einen Monat Zeit, um über die Vorschläge zu diskutieren. Erst in der Jugendhilfeausschuss-Sitzung Ende Februar werde darüber entschieden. Bis dahin werde es auch die bautechnischen Unterlagen und Kostenschätzungen geben.