Eine Stadt hört zu

Viele verfolgten die Radiosendung auf dem Koekkoekplatz.
Viele verfolgten die Radiosendung auf dem Koekkoekplatz.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
WDR 2 gestalteten viele Programme in Kleve. Auf dem Koekkoek-Platz, in der Hochschule und in der Stadthalle herrschte eine tolle Stimmung.

Kleve.. Eine Minute moderieren, kurze Interviews führen, Staus ansagen, auf die nächsten Sendungen hinweisen – dann spielt wieder die Musik: Was machen Radiosprecher eigentlich in der Zeit dazwischen? Wer immer schon mal wissen wollte, wie anno 2015 das Programm des Westdeutschen Rundfunk entsteht, der konnte am Samstagvormittag in der Klever Innenstadt bei einer Live-Übertragung vom Koekkoek-Platz Moderator Uwe Schulz bei der Arbeit zusehen. Und was macht der Mann, wenn keiner zuhört? Nun, in Kleve gab er Autogramme, erklärte dem großen Publikum die nächsten Abläufe und wärmte mit lockeren Fragerunden seine nächsten Gesprächspartner für die Live-Sendung auf.

Bereits am frühen Morgen versammelten sich vor dem Museum Haus Koekkoek eine ganze Schar interessierter Zuhörer. Viele kamen aus der Region, aber auch aus dem Ruhrgebiet, um von Beginn an dabei zu sein. Der WDR organisierte einen ganzen Tag lang mit vielen Programmen ein buntes Spektakel in der gesamten Stadt. Bis spät am Abend ließen sich die Klever gut unterhalten. Nach Angaben des WDR kamen den ganzen Tag über 30 000 Menschen in die Stadt.

Tolle Wurst

Helmut Gote, der beliebte Radiokoch, zeigte seine Künste vor drängelndem Publikum. Alle wollten sehen, wie er gemeinsam mit seiner Frau Nadja eine sardische Bratwurstsauce zauberte: „Nun, sie ist mir noch nie so gut gelungen“, meinte Gote. Tipps und Gewürzvorschläge der Klever brachten da wohl den richtigen Pfiff.

Was wäre WDR 2 ohne Fußball? Allwöchentlich moderiert Sven Pistor die große Fußballrunde der ARD im Radio. In Kleve ließ er sein geballtes Wissen aufblitzen. Gemeinsam mit Trainer und Diplomsportlehrer Wolfgang Neururer startete er seine „Bildungsoffensive“. System und Taktik, Geschichte und die Arbeitsgemeinschaft 4. Stern – selbst gestandene Fußballkenner konnten einiges lernen. Zum Beispiel, dass wahrscheinlich die Chinesen den Fußball schon im 3. Jahrhundert erfunden haben und dass das Abseits erst 1925 eingeführt wurde. Zuvor haben die britischen Mannschaften noch nach einem ziemlich offensiven System gespielt. 1892 zum Beispiel, England gegen Schottland: 6 Stürmer, 2 Mittelfeldspieler, 1 Libero und der Torwart standen auf dem Platz. „Schottische Furche“ wurde diese kuriose Aufstellung genannt. Es ging erstaunlicherweise 0:0 aus.

System und Taktik

System und Taktik werden im modernen Fußball immer wichtiger. Peter Neururer erklärte den begeisterten Zuhörern im vollbesetzten Audimax der Hochschule, worauf er als Trainer zu achten hat. Denn ein Spielsystem hat sich nach den Qualitäten der Spieler zu richten (nicht umgekehrt) und natürlich nach dem System des Gegners. Als Trainer gibt es hier zig Möglichkeiten, seine Mannschaft taktisch klug aufzustellen.

In der Klever Stadthalle interviewte Gisela Steinhauer den beliebten Kabarettisten Jürgen Becker. 600 Besucher waren von seinem Westfalen-Lied begeistert. Das Gespräch ist heute Abend um 19.05 Uhr erneut auf WDR 2 zu hören.