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Eindrücke aus einer anderen Welt

11.08.2009 | 16:57 Uhr
Eindrücke aus einer anderen Welt

Goch. Laura Usinger und Christian van Rens haben nach neun Monaten ihre 7000-Kilometer-Kwak-Spenden-Radtour beendet.

Angekommen. Aber irgendwie auch doch noch nicht. Laura Usinger und Christian van Rens sind nach mehr als 7000 Kilometern auf dem Fahrrad zurück, heimgekehrt von ihrer „Kwak-Spendentour” aus Thailand (die NRZ berichtete mehrfach). „Und doch sind wir noch gar nicht wieder richtig hier”, sagt der Pfalzdorfer. Kein Wunder. Wenn er und Laura von ihren letzten neun Monaten, oder besser: vergangenen 7060 Kilometern erzählen, weiß man, warum das so ist. Denn sie haben eine andere Welt kennen gelernt – von der werden sie auch noch in hohem Alter berichten. Was das Großartigste gewesen ist? „Schwierig zu sagen”, meint Laura, „da waren ganz, ganz viele Kleinigkeiten, menschliche Begegnungen...”

Eindrücke, die unter die Haut gehen. „Die Einfachheit des Lebens war beeindruckend”, so Christian van Rens, „wir haben jetzt monatelang gesehen, wie Menschen mit Besen ohne Stiel fegen – geht man hier in den Baumarkt, kann man zwischen etlichen Kehrmaschinen auswählen”, vergleicht er die beiden Welten.

Beeindruckend sei gewesen, dass man, obwohl sie mit manchen Menschen kein Wort gesprochen haben, trotzdem herzlich aufgenommen wurde. Außer in China haben sie sich überall willkommen gefühlt. Staubig sei es oft gewesen, auch in den Häusern. Eine Lage Sand auf dem Bett war nichts Besonderes mehr. Und das scharfe Essen, schon zum Frühstück, war doch sehr gewöhnungsbedürftig. „Irgendwann haben wir uns für morgens Bananen gekauft, um dieser Gewürzexplosion zu entkommen”, erzählt die Radlerin schmunzelnd. Vermisst haben sie dennoch nichts, „wir wussten ja, dass wir Familie und Freunde bald wiedersehen würden”, so Laura.

Den Unterschied zwischen den „Welten” hatten ihnen die kleinsten Menschen vor Augen geführt: „So schön unbeschwert, wie die Kinder dort auf den Straßen spielen, sollte es überall zu sehen sein”, meinte die Fietserin.

Gut durchgehalten hatten die Räder aus dem Kalkarer Fachhandel, die Waden der beiden ebenfalls. „Obwohl”, gibt Laura zu, „ich musste mich zu Anfang schon aufraffen – jeden Tag aufs Rad zu steigen”. Und das bei Temperaturen um 46 Grad. Manchmal seien die Hände von der Sonne so gebräunt worden, wie sie ums Lenkrad gegriffen hatten.

Am meisten Angst hatten die beiden Kwak-Radler davor, dass ihre Hightech-Drahtesel gestohlen werden könnten, denn „dann hätten wir ein echtes Problem gehabt”, sagte Christan van Rens. Er weilt übrigens schon wieder im Ausland: in Italien. Diesmal ohne Kwak. Stattdessen rein beruflich. Der Alltag hat sie wieder...

Die Hermann-van-Veen-Stiftung und die Stadt Goch informieren Anfang September über den Ausgang der Spendenaktion für das Kwak-Haus.

Katrin Reinders

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