Ein Zentrum für Familien

Das SOS-Kinderdorf baut eine neue InKita an der Kalkarer Straße / Kermisdahlstraße, v.l. Kathrin Hindenberg, Ursula van Driel, Gaby Heiming, Falko van den Bruck, Anita Wintjes, Karin Teurlings
Das SOS-Kinderdorf baut eine neue InKita an der Kalkarer Straße / Kermisdahlstraße, v.l. Kathrin Hindenberg, Ursula van Driel, Gaby Heiming, Falko van den Bruck, Anita Wintjes, Karin Teurlings
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
SOS Kinderdorf strukturiert sich um. Im und am Haus „Kalkarer 10“: Neubau einer Kindertagesstätte, nebenan viel Platz für Gruppen. Außerdem ambulante Hilfen

Kleve..  Bisher standen hier Gewächshäuser, demnächst wachsen da Kinder heran. „Kalkarer Straße 10“ ist nicht nur eine Adresse für Schulungsräume, sondern wird ein „SOS Kinderdorf Familien-Zentrum“ im Stadtteil, ein offenes Haus für Jung und Alt. Das SOS Kinderdorf plant eine grundsätzliche Neuorientierung, kündigt Einrichtungsleiter Falko van den Bruck an. Umgesetzt wird das zu Füßen der Schwanenburg, nahe an Fußgängerzone und Bus-/Bahnhof. „Mittendrin sein“ ist das Ziel neben teilstationären und ambulanten Hilfen, ergänzt Bereichsleiterin Gaby Heiming. Das beginnt mit dem Neubau einer Inklusiven Kindertagesstätte („InKita“) für 2,1 Millionen Euro auf eigenem Gelände an Kalkarer Straße / Kermisdahlstraße (Stadt- und Landeszuschüsse fließen). Etwa im September soll sie fertig sein, erwartet Kathrin Hindenberg. Eine Krippen-Gruppe für zehn Kinder von drei Monaten bis drei Jahren zieht von der Materborner Kuhstraße dahin um. Zwei inklusive Gruppen mit je 15 bis 17 Kindern von zwei bis sechs Jahren werden eröffnen. In Materborn bleiben zwei Regel-Kindergruppen (ohne Integration Behinderter) für Drei- bis Sechsjährige.

„Mittendrin sein“ heißt auch, nebenan sein. „Die Kalkarer 10“ soll Anlaufpunkt für Familien werden. Das Haus bekommt einen neuen Charakter. Bisher hatten schon vereinzelte Seniorentreffs oder Tagesmutter-Fortbildungen großen Zulauf. „Da hinein wollen wir jetzt unsere Energie setzen“, kündigt Koordinatorin Karin Teurlings an. „Wir wollen ein offenes Haus leben“.

Schon nächste Woche geht es los. Im schönen Erdgeschoss-Café heißt es dreimal in der Woche „Kaffee ist fertig“, so Anita Wintjes, die für den Gastbereich zuständig ist: dienstags und freitags von 9 bis 13 Uhr und jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr bekommt man im Familiencafé Frühstück, Kuchen, Raum zum Plaudern und bei Bedarf einen „Lotsen“ durch soziale Netzwerke. Die grünen Info-Karten „Kaffee ist fertig“ wurden in der ganzen Unterstadt verteilt – auch bei Studentinnen der Hochschule, unter denen junge Mütter sind, erklärt Ursula van Driel, Bereichsleiterin Kinderbetreuung. Im Obergeschoss der „Kalkarer 10“ bleibt das Fachseminar Altenpflege. Vielleicht entstehen Verbindungen.

Es gibt viel Platz zu füllen. Entwickelt werden soll das Angebot zusammen mit den Besucher/innen. „Perspektivisch wollen wir, dass sich Gruppen hier selber orangisieren. Wir geben den Rahmen. Wir wollen Professionelles und Ehrenamtliches in Verbindung bringen“, so van den Bruck. Ideen: „Senioren basteln mit Jungs an ihren Fahrrädern“ und „Kreative Tanz-Theaterwerkstatt von jungen Leuten für junge Leute“. Kooperationen mit anderen Trägern werden ausgebaut. Die Familienbildungsstätte nutzt bereits das neue Kinderspielzimmer im Erdgeschoss.

Die Umstrukturierung bei SOS betrifft viele Bereiche. So machten die Gartenbauer (früher „SOS Ausbildung und Beschäftigung“ genannt) an der Kalkarer Straße den Gewächshaus-Platz für die neue InKita frei. In die ehemaligen Floristik-Räume dort zogen „Ambulante flexible Hilfen und Frühe Hilfen“. Dafür wird die Ausbildung am Klapheckenhof an der Riswicker Straße konzentriert, dort entstehen bald weitere Gebäude.