Ein Schatz im Kurhaus

Prof. Harald Kunde (rechts) freut sich über die neue Schenkung des Freundeskreises.
Prof. Harald Kunde (rechts) freut sich über die neue Schenkung des Freundeskreises.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Freundeskreis überlässt dem Museum Kurhaus ein aufwändig erstelltes Faksimile des berühmten Stundenbuches der Katharina von Kleve

Kleve..  Freudestrahlende nimmt Harald Kunde das lederne Buch in die Hände: „Da ist es, das Buch der Bücher“, sagt der Direktor des Museums Kurhaus pathetisch und öffnet die aufwändig gestalteten Beschläge. 714 Seiten stark ist das Faksimile des Stundenbuches der Katharina von Kleve. Ein reich verziertes Buch, mit wunderbaren Illuminationen, weltliche und biblische Darstellungen, die der Herzogin von Geldern einst so hochheilig waren. Das persönliche Andachts- und Gebetsbuch aus dem Jahr 1440 gehört heute zu den schönsten Büchern des Mittelalters. Das Museum Kurhaus darf sich nun über ein Faksimile aus dem Jahr 2009 freuen – welches auch immerhin einen Wert von 10 000 Euro besitzt.

Wenn man Harald Kunde ein wenig zuhört, merkt man sofort: Der Mann hat sich in dieses Buch förmlich verliebt. „Dieses Faksimile ist für uns die einzige Möglichkeit, um dieses Buch in unser Museum zu bekommen“, so Kunde. Denn das Original des mittelalterlichen Gebetbuches befindet sich in der amerikanischen Morgan Library in New York. Vor gut fünf Jahren waren die besonderen Seiten im Nimweger Museum „Het Valkhof“ zum letzten Mal am Niederrhein zu sehen.

157 Darstellungen

Vermutlich wurde das Stundenbuch der Klever Herzogin im Jahr 1440 erstellt. Von wem genau wisse man heute nicht, so Kunde. Vermutlich hat sich eine ganze Künstlerwerkstatt mit der Erstellung der 157 Illuminationen beschäftigt. Die jüngste Forschung geht davon aus, dass Katharina ihren Privatschatz in Utrecht oder Nimwegen hat erstellen lassen. Es muss auch für die damaligen Verhältnisse ein außerordentlich kostbares Buch gewesen sein: „Es gehört zur Creme de la Creme der mittelalterlichen Stundenbücher“, so Kunde.

Das Buch besitzt kein Inhaltsverzeichnis, sondern wird durch die Abbildungen gegliedert. Das ganze Jahr wurde in Gebetszyklen gegliedert. Jeder Wochentag wurde einem anderen Thema gewidmet und jeder Tag war aufgeteilt in sieben Gebete, die wiederum aufwändig bebildert wurden.