Ein Prinz im Pandora-Pool

Sjef van der Linden und Crisha Ohler
Sjef van der Linden und Crisha Ohler
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Mini-Art spielt ein preisgekröntes Märchenbuch „Vom Prinzen, der auszog, die Liebe zu finden“. Für die Schulpremiere am 20. Februar um 10 Uhr gibt es noch Karten

Bedburg-Hau..  Ein Prinz. Eine Hexe. Der Prinz lebt in einem Land weit weg von hier, so weit weg und so abgelegen, dass nur kleine Fische dorthin gelangen. Die Hexe ist stolze 873 Jahre alt, trägt gerne seidengrüne Kleider und wohnt am Pandora-Teich. Wie die beiden sich treffen und was bei dieser Begegnung so alles geschieht, das erzählt das Märchen „Vom Prinzen, der auszog, die Liebe zu finden“. Geschrieben hat es der belgische Kinderbuchautor Ron Langenus.

„Es war das Lieblingsbuch meiner Tochter“, erinnert sich Sjef van der Linden. „Ich musste es ihr immer wieder vorlesen.“ An den gruseligen Stellen rief sie dann immer: „Papa, nicht!“ - aber natürlich wollte sie gerade diese Stellen hören. Sjef van der Linden, Crischa Ohler und Regisseur Rinus Knobel haben diese Geschichte nun behutsam für die Bühne umgearbeitet. Ein Kinderstück ab fünf Jahren – für das Theaterteam bedeutet das: Einmal richtig durchatmen nach den heftigen Stoffen von „Ännes letzte Reise“ (KZ-Schicksal) und dem nächsten Projekt, das sich mit Kinder-Euthanasie beschäftigt.

Denn das Märchen ist so leichtfüßig, das Bühnenbild so zauberhaft verspielt und die Handlung so versponnen, dass man eigentlich nur hingerissen zuschauen kann. Der Trick: Das Stück wechselt zwischen erzählten, gespielten und bildhaften Passagen. Die Pappkrone auf dem Kopf – fertig ist der Prinz. Die Pappkrone abgenommen – der Erzähler spricht. „Beim Zuschauen vervollständigt man die Geschichte durch eigene Bilder im Kopf“, sagt Crischa Ohler. „Das ist das Geheimnis von Theater.“

Ganz entscheidend für den Charme des Spiels ist das Bühnenbild. Die studierte Szenografistin Liesje Knobel, Tochter des Regisseurs, hat dafür Berge, Wälder, Paläste, Drachen, Katzen und Fische aus Pappe gebastelt. Mal klappbar, mal klein, mal groß – der Reiz liegt hier gewissermaßen im Modell all dieser Zaubergeschichten: Das Modellhafte, hier wird’s Ereignis. Das – so muss man hinzufügen – ist nicht nur für Kinder toll. Auch als erwachsener Zuschauer möchte man am liebsten sofort alles in die Hand nehmen oder, noch besser, an der Kulisse weiterbauen. Hinzu kommen Lichteffekte und wunderschöne farbliche Schattenspiele.

„Wenn man mit den Proben beginnt, hat man keine Ahnung, wie es werden soll“, berichtet Rinus Knobel. „Nach zehn Wochen wundert man sich dann, warum es so schwierig war, den Weg zu finden.“ Denn dann ist alles genau so, wie es sein soll.

Für die Schulpremiere im Theater Mini-Art am 20. Februar um 10 Uhr gibt es noch Karten. Familienvorstellungen sind am Samstag, 21. Februar, um 18 Uhr und am Sonntag, 22. Februar, um 16 Uhr. Für die Schulvorstellung am 25. Februar um 10 Uhr sind Restplätze vorhanden. Kontakt: 02821/81 15 70.