Ein Plan für 20 Jahre Zukunft

Der Regionalplan regelt auch, wo Gewerbegebiete entstehen dürfen.
Der Regionalplan regelt auch, wo Gewerbegebiete entstehen dürfen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Macher des Regionalplanes kamen vor Ort, um Bürger und Bürgermeister zur Mitwirkung einzuladen. Bis 31. März.

Kreis Kleve..  Welche Ziele hat die Region für die nächsten 20 Jahre? Der Regionalplan Düsseldorf, RPD, legt Ziele und Möglichkeiten fest: zur Entwicklung von Siedlungen, Ausbau von Windkraft, Schutz des Waldes, der Biotope, des Klimas. Wie viel Fläche muss für die leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, Entwicklung von Landwirtschaft und Wirtschaft frei gehalten werden? Zur einzigen großen Informations-Veranstaltung für alle Bürger im Kreis Kleve hatten die Macher dieses Plans persönlich eingeladen. 70 Zuhörer fanden den Weg ins 2. Obergeschoss der Begegnungsstätte im zentral gelegenen Kevelaer. Viele von ihnen sind Bürgermeister und Politiker.

3000 Seiten Regionalplan

Bisher ist der Plan der Entwurf, an dem mehrere Jahre gearbeitet wurde. Nun werden alle Fachbehörden und jeder Bürger bis 31. März um Stellungnahme gefragt. Schriftlich, per Internet oder Telefon (siehe unten). Gibt es gravierende Änderungswünsche, dann wird nachgebessert, erneut die Öffentlichkeit beteiligt, vom Regionalrat bestätigt, von der Landesplanungsbehörde geprüft. Der RPD soll 2016 fertig sein.

Die Leiterin des Hauptdezernates Regionale Entwicklung bei der Bezirksregierung, Andrea Schmittmann, erklärte, wie sich die 3000 Seiten zusammen setzen: 160 Seiten Text, viele Karten für alle 49 betroffenen Kommunen, dicke Begründungen für Änderungen, umfangreicher Umweltbericht. Alles auch im Internet nachzulesen.

Der Regionalplan betrifft 3,2 Millionen Menschen. Seit 2010 wird er vorbereitet als Nachfolger des Gebietsentwicklungsplans (GEP) von 1999. Mit Kommunen und Verbänden wurden seither Sorgen und Ziele besprochen. „Wir müssen jetzt neue Herausforderungen mitdenken“, sagte Mit-Autor des RPD, Fabian Weiß. Windkraft-Flächen zum Beispiel kamen im alten Plan gar nicht vor.

Im Saal hatten manche einzelne Fragen – etwa zur Verhinderung von Windkraft im Wald oder zum Erhalt einer landwirtschaftlichen Hoffläche in einem Landschaftsschutzgebiet, für das Naturschutz vorgesehen ist. Aber die ganz kleinen Schritte regelt der Regionalplan nicht, er hat den Maßstab 1 : 50 000. Die Details sind Sache der Kommunen.

Die meldeten aber gleich Skepsis an. Etwa Uedems Bürgermeister Rainer Weber bemerkte, dass der Gemeinde keine neuen Siedlungsflächen ausgewiesen werden „da kann sich nichts entwickeln“. Uedem habe zwar in den letzten Jahren „400 Einwohner verloren, aber jüngst 500 Arbeitsplätze geschaffen“. Die Planerin für den Bereich Siedlungen, Julia Blinde, las ab: Für Keppeln und Uedemerbruch seien Flächen für „Eigenbedarf der Bewohner“ vorgesehen. Weber: „Wir brauchen aber Planungs-Reserven“.

Ziel ist vorrangig den Innenraum zu bebauen, wenig Landschaft zu verbrauchen. Generell will der RPD „Wohnen schützen, Perspektiven für Unternehmen sichern“. Und beides möglichst trennen, um Konflikte zu vermeiden. Bei Siedlungen werden alte „Karteileichen“ gestrichen und in ungefähr gleicher Größe ersetzt. Etwa im Süden von Weeze wird ein Gebiet durch drei neue im Westen ersetzt.