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Ein neues Stück Zuhause

20.06.2009 | 00:04 Uhr
Ein neues Stück Zuhause

Der Adoptiv- und Pflegekinderdienst steht auch im Fokus der Aktion des Sozialdienstes katholischer Frauen

Kreis Kleve. Zuhause sein. Mit allem, was dazu gehört. Am Besten in dieser Reihenfolge: Liebe, Geduld und Humor. Sagt eine Dame, die es wissen muss. Frau N. aus K. Sie hat vor vielen Jahren zwei Pflegekinder aufgenommen – und schätzt die Betreuung durch den Sozialdienst katholischer Frauen im Kreis Kleve sehr. „Es ist eine große Herausforderung – aber es macht auch Spaß den Kindern ein Zuhause zu bieten”, sagt Frau N. 40 Pflegefamilien wurden durch den SkF allein in 2008 nach Aufnahme von Pflegekindern oder einer Adoption betreut.

Im Rahmen der Aktion „Ein Stück Zuhause”, bei der Promi-Lieblingstassen versteigert werden, ist es den Aktiven ein Anliegen, das Konzept des Adoptions- und Pflegekinderdienstes vorzustellen. Denn: „Es ist ein schwieriges Thema für unsere Gesellschaft”, so Dorothee Duderstadt, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen.

Der Maßstab ihrer Arbeit sei stets das Kind. Der kleine Mensch, der in wenigen Jahren oftmals unmenschlich viel durchmachen musste: „Vernachlässigung in jeglicher Form, sexuelle Gewalt und enorme Probleme mit Nähe und Distanz sind die auffäligsten Schwierigkeiten”, erklärte gestern Renate Beckers, Dipl. Sozialpädagogin im Adoptiv- und Pflegekinderdienst des SkF Kleve.

Die Dauerpflege von Kindern in neuen Familien nimmt zu. Während sich für sehr kleine Kinder viele Paare melden, wird es bei Kids ab dem Kindergarten- oder Schulalter schwieriger mit der Vermittlung. Bei der Adoption, die einzig eine rechtliche Garantie dafür gibt, dass das Kind in der neuen Familie bleibt, gibt es durchschnittlich mehr Aufnahme-Willige als bedürftige Kinder. Dabei stellt der Vermittlungsdienst des SkF ein zusätzliches Angebot zu dem des Jugendamtes dar. Das erklärte Ziel: Entscheiden zum Wohl des Kindes, mit leiblichen und „neuen” Eltern in einem Boot.

„Ein ungewolltes Kind abzugeben, ist in der Bevölkerung nicht gut angesehen”, sagt Dorothee Duderstadt, „dabei ist dieser Schritt ein sehr mutiger von der Mutter.”

Neben der finanziellen Unterstützung durch das Bistum Münster, der Kisters-Stiftung und vielen Spendern ist insbesondere der Förderverein um Dieter Hüsch hervorzuheben – und der Erlös aus den versteigerten Tassen.

Info-Box:

„Ein Stück Zuhause” wird koordiniert von Jürgen Tönnesen und ist eine Aktion von Mensch braucht Wohnung, Förderverein Adoptionskinderdienste SkF, SKM, Sozialdienst katholischer Frauen und Caritasverband Kleve.

Katrin Reinders (Text) und Volker Herold (Fotos)

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