Ein musikalisches Heimspiel

Das Bach Collegium unter der Leitung von Hans Linnartz.
Das Bach Collegium unter der Leitung von Hans Linnartz.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Am 22. März führt Hans Linnartz mit dem Bach Collegium Rhenanum die Matthäuspassion in St. Willibrord Kellen auf

Kalkar..  Hans Linnartz, der ehemalige Leiter der Musik-Akademie Basel, lebt seit 2007 in Kleve. Dass es sich hier um einen Altersruhesitz handelt, kann man allerdings nicht sagen. Linnartz unterrichtet an der VHS, gibt regelmäßige Einführungen zu den Städtischen Reihenkonzerten und führt seit drei Jahren jeden Monat Kantaten von Johann Sebastian Bach auf. Und zwar in der romanischen Stiftskirche St. Vitus in Elten.

„Ich hatte vor sechs Jahren dort mit einem Ensemble aus Wesel eine Aufführung und war so begeistert von der Architektur, der Stille und der Akustik, dass ich dort gerne regelmäßig die Werke von Bach aufführen wollte“, erzählt Linnartz. Gesagt, getan. Er organisierte sich einen eigenen Chor samt Orchester - alles Leute, die nicht viele Proben benötigen. Ein halbes Jahr für ein Stück proben? „So etwas mache ich nicht mehr“, winkt Linnartz ab. Eine Probe mit dem Chor, eine mit dem Orchester, dann vor dem Konzert einmal alle zusammen - das muss genügen.

Was den Interpreten natürlich einiges abverlangt. „Die müssen ihre Stimme können, wenn wir proben“, sagt Linnartz. Professionalität ist also erwünscht.

Singgemeinde

Die Musiker kommen aus der Gegend von Utrecht über Emmerich und Kleve bis nach Wesel. Viele Chormitglieder singen in mehreren Chören mit, dem VHS-Chor in Goch, der Städtischen Singgemeinde Kleve oder dem Vokalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde in Kleve. Das „Bach Collegium Rhenanum“ ist daher keine Konkurrenz für die hiesigen Chöre, sondern so etwas wie die Kür.

Jetzt allerdings muss das Ensemble vom Hocheltener Berg hinabsteigen in die Tiefebene und zusätzlich noch die Rheinseite wechseln. Denn für Bachs Matthäuspassion ist St. Vitus zu klein. Für den achtstimmigen Chor mitsamt Kinderchor und Orchester braucht man Platz.

Im Nebeneffekt wird so das Bach Collegium Rhenanum auch auf der linken Rheinseite bekannter. Zudem ist die Matthäuspassion ja eines der bekanntesten und beliebtesten Werke von Bach und dürfte eine Menge Zuhörer aus der Region anziehen. Eigentlich ist ja ohnehin die Fastenzeit nur dann vollständig, wenn man eine Bach’sche Passion spielt.

Nur zwei Kirchen kamen für Linnartz infrage - Christus-König und St. Willibrord. Er entschied sich für letztere. „Ich stelle es mir toll vor, wenn das Nachmittagslicht durch die Fenster fällt“, freut sich der Dirigent. Und wenn es dann markerschütternd klingt: „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen...“

Das Konzert wird mitfinanziert von der Euregio und Limes Niederrhein. Die Aufführung der Matthäuspassion in St. Willibrord Kellen ist am 22. März um 15 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro, Kinder bis zwölf Jahre müssen nichts bezahlen. Karten gibt es ab dem 2. März bei der Buchhandlung Hintzen, Optik Verbeet und der Löwen-Apotheke.