Ein Minister in Regenjacke

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Kreis Kleve..  In Regenjacke, Multifunktionshose und Sportschuhen, mit Fahrradhelm auf dem Kopf, sogab sich gestern NRW-Innenminister bürgernah im Kreis Kleve. Ralf Jäger (SPD) machte seine Tour durch Bedburg-Hau und Kalkar mit dem Fahrrad. Sein Auftrag: das Ehrenamt. „Unsere Gesellschaft lebt von ehrenamtlichen Engagement, davon will ich mir einen persönlichen Eindruck machen“, sagte Jäger.

Vor allem im ländlichen Raum wie dem Kreis Kleve leisteten Ehrenamtliche einen Dienst an der Gesellschaft, der von staatlicher Seite niemals aufzufangen sei, meinte 54-jährige Duisburger. Feuerwehren und die Jugendarbeit in Sportvereinen seien da nur Beispiele. „Wir können in Düsseldorf viel entscheiden. Wichtig ist mir zu sehen, was die Menschen vor Ort leisten und wo sie der Schuh drückt“, sagte Jäger.

Drei Tage lange ging es für den Minister und seine Fahrrad-Entourage durch den Niederrhein. Los ging es in Moers, danach machten sie Station in Rheinberg, Dinslaken, Hünxe, Schermbeck, Wesel und Xanten. Gestern schließlich fuhr der Tross nach Kalkar und Bedburg-Hau. Nach dem Empfang im historischen Ortskern Kalkars durch Bürgermeister Gerd Fonck, führte der Weg zum Museum Schloss Moyland, wo schon Bedburg-Haus Bürgermeister Peter Driessen mit Ehrenamtlichen der Gemeinde wartete.

Und auch wenn es von Jäger vor allem Lob für die Arbeit und die schöne Gegend gab, kamen auch Probleme auf den Tisch. „Ein großes Problem ist nach wie vor der Altersschnitt“, meinte Peter Driessen. Gerade auf dem Dorf hätten viele Vereine Nachwuchs-Sorgen. Folgen der demografischen Entwicklung und gesellschaftlicher Veränderungen nahm Jäger als Themen mit.