Kirche
Ein kurzer Blick ins Paradies
24.05.2010 | 15:18 Uhr 2010-05-24T15:18:00+0200Kalkar. Im Rahmen der Pfingstvesper wurde in der St.Nicolai-Kirche Kalkar das neue Westfenster geweiht. Orange und Gelb dominieren das Werk, das von Karl-Martin Hartmann gestaltet wurde.
Von Rot war im Vorfeld häufig die Rede gewesen, von den Feuerzungen, dem Abendrot, dem Bezug zum christlichen Pfingstfest. Jetzt ist es da, das neue Westfenster in St. Nicolai Kalkar, gestaltet vom Biologen, Physiker und Glasmaler Karl-Martin Hartmann wie die übrigen fünfzehn, die bereits fertig sind.
Schaut man es an, in der Abendsonne, ist man verblüfft über die vielen Gelb- und Orangetöne. Das Rot wird vielmehr umspielt. Der Untergang des Menschen, der Welt, das alles ist sehr zweitrangig gegenüber dem versöhnlichen Gesamteindruck.
Farbenprächtige Fülle
„Das Fenster ist ein Bild für die farbenprächtige Fülle von Gottes Geist“, sagte Pfarrer Benedikt Elshoff in seiner Predigt während der Pfingstvesper. Er wies auf den unteren Rand des Fensters hin, wo kleine Türme und Zinnen emporragen, was man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bemerkt. „Das ist ein Hinweis auf das himmlische Jerusalem“, sagte Elshoff.
Volkes Stimme, im Vorbeigehen eingefangen, war jedenfalls sehr eingenommen von den neuen Farben, die nun ins Innere der Kirche fallen. „Morgens wirkt es ja ganz anders, aber jetzt in der Sonne ist es wunderschön“, sagte eine Besucherin. Noch stärker pries Karl-Ludwig van Dornick, Vorsitzender des Fördervereins St. Nicolai Kalkar, in seiner Begrüßung die Arbeit von Karl-Martin Hartmann: „Es handelt sich um einen Meilenstein in der künstlerischen Ausgestaltung dieses Gotteshauses“, sagte er. „Diese Kirche gibt Zeugnis dafür, dass vieles aus tiefer Vergangenheit die Zeiten überdauert - ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Das Westfenster ist so ornamental und farbig gestaltet, dass es einen kurzen Blick ins Paradies gewährt.“ Van Dornick begrüßte die anwesende Bun-destagsabgeordnete Barbara Hendricks ausdrücklich in ihrer Funktion als Schatzmeisterin der SPD. Sechs Fenster, so van Dornick, müssten schließlich noch finanziert werden.
Für einen erheblichen Teil der 150 000 Euro, die das Westfenster gekostet hat, kam die NRW-Bank auf. Und zwar auf Vermittlung des amtierenden Finanzministers Helmut Linssen. Der betonte in seinem Grußwort, das Kirchenfenster halte dem Betrachter einen Spiegel vor Augen. „Je nach Sonneneinstrahlung scheint es kräftiger oder matter. Auch wir als Christen strahlen manchmal hell oder wandeln im Dunkeln.“ Gerade in solchen Momenten könne so ein Fenster jedoch Kraft geben.
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