Ein bisschen Disneyland

Das Ferdinand Langenberg Haus an der Roggenstraße in Goch war im 19. Jahrhundert Wohnhaus des berühmten Gocher Bildhauers Ferdinand Langenberg.
Das Ferdinand Langenberg Haus an der Roggenstraße in Goch war im 19. Jahrhundert Wohnhaus des berühmten Gocher Bildhauers Ferdinand Langenberg.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Fassade des Langenberg-Hauses begann zu bröckeln. Jetzt wird sie Stück für Stück saniert. Dabei ist es gar kein echtes Fachwerk

Goch..  „Nachdem wir die Fassade des Langenberg-Hauses mit Siebdruckplatten gesichert hatten, befürchteten manche, das würde nun so bleiben“, sagt Wolfgang Jansen und schmunzelt. Aber der Geschäftsführer der „GO!“ Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft verspricht, dass das Wohnhaus eines der berühmtesten Söhne der Stadt Goch möglichst bald wieder seine ursprüngliche Fachwerk-Front zurück bekommt. Und das, obwohl es laut Jansen „ein bisschen wie Disneyland“ ist – ein bisschen falsche Fassade.

Gemeint ist damit der kleine Pfusch, den Ferdinand Langenberg Ende des 19. Jahrhunderts vornahm. Als der Bildhauer 1877 nach Lehre und Studium in seine Geburtsstadt zurückkehrte, heiratete er Henriette Bückers und öffnete gemeinsam mit seinem Bruder Aloys seinen Betrieb. Drei Jahre später versah Langenberg das Haus mit Schnitzereien, die einen fünfteiligen Figurenfries mit dem seltsamen Spazierritt nach einer Erzählung von Johann Peter Hebel und den Spruch „Allen Menschen recht gethan ist eine Kunst die niemand kann“ zeigen. So wurde aus dem schlichten Backsteinhaus ein beeindruckendes Fachwerkhaus – zumindest optisch.

Doch bei den letzten Kontrollen war aufgefallen, dass die Fassade inzwischen buchstäblich bröckelt. Gero Guntlisbergen, Projektleiter bei der GO!: „Wir haben festgestellt, dass einige Stellen derart mitgenommen waren, dass man handeln musste“.

Das Holz war von einem Pilz befallen und sogar Würmer hatten sich durch den Naturstoff gefressen. Nachdem dann der Rat der Stadt Goch die nötigen finanziellen Mittel frei gegeben hat, konnte die Firma van Aaken aus Kevelaer damit beauftragt werden, die Zierfassade in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz aufzunehmen.

Im Anschluss wird die Herausforderung der Restaurierung angegangen. Guntlisbergen: „Damit muss ein Unternehmen beauftragt werden, das sich mit so etwas auskennt. Schließlich handelt es sich dabei nicht nur um eine reine Schreiner- beziehungsweise Zimmermannsarbeit, sondern beinahe schon holzbildhauerische Aufgaben.“

Dies Jahr fertig

Stück für Stück sollen die maroden Stellen entfernt und anschließend mit neuen Materialien wieder sorgsam beigearbeitet werden. Auf diese Weise soll dem Langenberg’schen Original Rechnung getragen werden. Geplant ist, dass die Sanierung möglichst noch in diesem Jahr abgeschlossen werden kann. Dann verschwinden auch die Siebdruckplatten wieder, die derzeit den Backstein-Kern des Langenberg-Hauses verdecken.

Das Haus war im 19. Jahrhundert Wohnhaus des berühmten Gocher Bildhauers Ferdinand Langenberg. 2009 hat die Stadt Goch es der Kunst Stiftung Goch zur Verfügung gestellt.