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Collegium Augustinianum Gaesdonck

Eigenes Schul-Modell: 9 Jahre zum Abi

19.11.2010 | 18:40 Uhr
Eigenes Schul-Modell: 9 Jahre zum Abi

Goch. Wir sind ständig unter Dampf, unser Angebot zu optimieren“, stellt Hans-Georg Steiffert, Leiter des Internat-Gymnasiums Gaesdonck, fest. Und weil diese Schule wach ist, war es möglich, ein eigenes Modellkonzept "Gymnasium in neun Jahren" zur Antrags-Reife zu bringen.

Es war möglich, innerhalb der unglaublich kurzen Frist von September bis gestern positive Entscheidungen über ein eigenes Konzept vom Schulträger, in deutlicher Mehrheit vom Lehrerkollegiums, noch größerer Mehrheit der Schulkonferenz und einstimmig der Elternschar zu erhalten: Die Gaesdonck wird ein eigenes Modell für „G9 neu“ anbieten. Die neue Art, die Gymnasialzeit wieder auf neun Jahre zu verlängern. Wenn es Schüler und Eltern wollen. Das ist das Besondere.

Eine große Bereicherung

Ausprägung eins: Das Angebot der Fächerinhalte wird dem von G8 gleich bleiben. Aber das erhöhte Stundendeputat wird mit Zusatzangeboten gefüllt: Musikschule, Kunstschule, Begabtenförderung, Junior-Business-School mit der IHK, Cambridge-Zertifikat und die französische Entsprechung „Delf“. Angebote, die bisher außerschulisch schon an der Gaesdonck zu buchen waren, für die aber in der knappen Unterrichtszeit  kein Platz bleibt. Sie finden im erweiterten Lehrplan statt. Steiffert nennt dass eine „ganz wunderbare Möglichkeit und große Bereicherung“.

Wenn man es will. Denn das zweite Element des Modells sichert das, was Steiffert unter individueller Förderung versteht, zusätzlich ab: Nicht schon zu Beginn der Gymnasial-Schulzeit müssen sich Schüler und Eltern festlegen, ob sie G8 oder G9 wollen, sondern erst nach der Klasse 9.

Dann können die Schnellen in Sonderkursen fit gemacht werden, um zwischen 10 und 11 einen Jahrgang zu überspringen und mit den G8ern Abi zu machen, oder sich Zeit lassen für breitere Bildung.

Oder für ein Auslands-Jahr. Denn Steiffert merkt da die Auswirkung G8 deutlich: Von den heutigen 11er Schülern (= letzter G9-Jahrgang alter Weise) machen zurzeit 27, das sind ein Drittel, ein Auslandsschuljahr. Von den 10ern (erster G8er-Jahrgang) nur ein einziger. Ja, es ist auch für die Eltern ein großer Unterschied, ob sie ihr Kind mit 15, 16 oder 17 Jahren so lange ins Ausland schicken. Mit dem „Gaesdoncker Modell“ bleibt den Rückkehrern jeder Weg offen, ohne Zeitverlust.

Nebeneffekt ist auch, eine Durchlässigkeit der Schulsysteme zu ermöglichen: Realschüler können jetzt unter G8 kaum nach der 10.Klasse in eine gymnasiale Oberstufe wechseln.

Wissenschaftlich begleitet

Das Finanzministerium der vormaligen CDU-Landesregierung NRW hatte vor fünf Jahren „G8“ veranlasst, verkürzte Zeit bis zum Abitur. Die geriet stark in die Kritik. Die neue SPD-Minderheitsregierung kann nun nicht allein die neue Struktur wieder ändern, aber Modelle zulassen, wissenschaftlich begleitet. Weil das „extrem kurzfristig“ geschieht, erwartet Steiffert wenige  Prototyp-Schulen.

Das „Gaesdoncker Modell“ sei sicher nur wegen der Internatsform mit seinen umfassenden Gebäuden und Personal möglich. Doch es werde so oder gar nicht umgesetzt. Änderungen im Antrag wird man nicht zulassen.

Das Collegium Augustinianum Gaesdonck nimmt drei Parallelklassen auf, 40 Prozent als Internatsschüler, die anderen „extern“.

Tag der offenen Tür ist am Samstag, 27. November.

Astrid Hoyer-Holderberg



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