Durch Erinnern die Zukunft gestalten

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Goch..  Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz kam die Zeitzeugin Eva Weyl jetzt erneut ins Collegium Augustinianum Gaesdonck. Bereits im Januar 2014 hatte sie die Schüler der damaligen neunten Klassen besucht. Im Herbst waren es dann die Schüler der Q2, die sie in der Gedenkstätte des Lagers Westerbork trafen.

Direktor Peter Broeders gab in seiner Einführung mit dem Zitat „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ (nach George Santaya) den Schülern einen Gedankenanstoß für den folgenden Vortrag.

Der Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes ist auch das Wirken Eva Weyls gewidmet. Sie selbst wurde nach der Flucht ihrer jüdischen Familie aus Kleve in Arnheim geboren. Durch deutsche Kindermädchen und später durch ihre ebenfalls geflüchteten Großväter lernte sie auch die deutsche Sprache. Nach dem Tod ihres Vaters, der in Kleve am Gymnasium (dem heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasium) sein Abitur absolvierte, begriff sie es als ihre Aufgabe, selbst als Zeitzeugin tätig zu werden. Aufgrund ihrer guten Sprachkenntnis und der Tatsache, dass es in den Niederlanden bereits recht viele Zeitzeugen gibt, die vor Schulklassen referieren, entschied sie sich, mit Schülern in der alten Heimat ihrer Familie, dem Niederrhein, zu sprechen.

Eva Weyl verband zunächst die Geschichte ihrer Familie mit den zunehmenden Repressionen gegen Juden und andere Ausgegrenzte in den 30er und 40er Jahren in Deutschland. Im zweiten Teil ihres Vortrags schilderte sie dann ihre eigenen Erfahrungen, die sie als Kind im Judendurchgangslager Westerbork erlebt hatte. Durch viel Glück konnte die Familie später wegen der Tätigkeit ihres Vaters in der Verwaltung, die die SS weitestgehend an die Insassen abgegeben hatte, ihre Situation verbessern. Dies war auch der Grund, warum sie überhaupt überlebten.

Die Möglichkeit, Fragen zu stellen wurde im Anschluss von den Schülern genutzt, um mehr darüber herauszufinden, wie Eva Weyl selbst mit ihren Erfahrungen umgegangen ist. Sie erklärte, dass man in der Zeit nach dem Krieg erst einmal nach vorne und nicht zurück blickte. Aber auch heute noch verspüre sie keinen allgemeinen Groll gegenüber den Deutschen. Insbesondere die heutige Generation treffe keine Schuld. Die heutige Generation von Schülern sei nur verantwortlich für die Zukunft und dafür, was sie aus der Vergangenheit mache.

In diesem Zusammenhang lobte sie auch noch einmal das Engagement der 9b, die im Rahmen der Gocher Stolpersteininitiative das Gedenken für die jüdische Familie Brünell gestaltet hatte.