Driessen allein auf weiter Flur
30.08.2008 | 00:30 Uhr 2008-08-30T00:30:00+0200
Für den Bürgermeister wird es wohl keine Konkurrenz geben. Auch CDU verzichtet auf eigenen Kandidaten.
BEDBURG-HAU. Mit Spannung haben die Bedburg-Hauer die Entscheidung der CDU zur Nominierung eines Bürgermeister-Kandidaten für die im Juni 2009 geplanten Kommunalwahlen erwartet. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Es gibt keinen. Genauer: Auch der Vorstand der Christdemokraten hat – wie schon die SPD, die FDP, die Grünen und die Freie Wählergemeinschaft – dem aktuellen Bürgermeister Peter Driessen seine Unterstützung zugesagt. „Ich fühle mich geehrt, dass ich mit meiner Arbeit die Parteien überzeugt habe”, sagt Driessen im NRZ-Gespräch. So richtig freuen will er sich aber nicht. „Es ist schade, dass es keinen Gegenkandidaten gibt. So finde ich es nicht ganz demokratisch.”
Für die Bürgerinnen und Bürger hat das bei der Kommunalwahl folgende Konsequenz: „Es wird einen speziellen Stimmzettel geben. Darauf können die Wahlberechtigten Ja oder Nein ankreuzen und damit bestimmen, ob sie Peter Driessen als Bürgermeister haben wollen”, erklärt Hauptamtsleiter Manfred Mülder. Gewählt ist Driessen, wenn ihm 25 Prozent der Wahlberechtigten (!) ihre Stimme geben. Heißt: Der parteilose Bürgermeister, der aus seinem Amt heraus kandidiert, muss allerdings trotz des fehlenden Gegenkandidaten seine Sympathisanten aktivieren, damit sie ihre Stimme für ihn abgeben. Denn wer weiß, wie hoch die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl sein wird... Die CDU hatte sich von allen Parteien in Bedburg-Hau am längsten Zeit gelassen. „In Gesprächen mit unseren Mitgliedern war die Mehrheit dafür, dass wir auf einen eigenen Kandidaten verzichten sollten”, erklärt der Vorsitzende Wilhelm Heynen. Man habe zwar schon einen eigenen Kandidaten im Auge gehabt, „aber der hätte es sehr schwer gegen Driessen gehabt, weil dieser in der Bürgerschaft sehr beliebt ist”. Zudem betont Heynen, dass man keine Konfrontation gegen den amtierenden Bürgermeister aufbauen wolle, da man im Laufe der Zeit zueinander gefunden habe: „Nach dem Debakel bei der vergangenen Kommunalwahl war die Situation absolutes Neuland für uns.”„Die Zusammenarbeit mit Peter Driessen ist – nach verständlichen, kurzen – Anlaufschwierigkeiten problemlos vonstatten gegangen, zumal er auch in der Lage war, sich den faktischen Gegebenheiten, die die Positition der CDU bestärken, anzupassen”, erklärt Jürgen Bongers im CDU-Gemeindespiegel. Schließlich hätten die Christdemokraten als einzige der Ratsfraktionen allen vorgelegten Haushaltsplänen von Driessen zugestimmt.
09:33
Die CDU wird in Bedburg-Hau keinen Bürgermeisterschafts-Kandidaten aufstellen, um sich nicht erneut geschlagen geben zu müssen. Dies ist undemokratisch und einer noch großen Partei unwürdig. Deshalb sollte der Bürger diese damit quittieren, dass die Mehrheit dieser abgewirtschafteten Partei ein Ende findet. Eitelkeiten und persönliche Profilierung sind noch die Stärken der CDU-Bedburg-Hau. Die Lösung der Probleme geht ausschließlich über Sachkoalitionen. Im Gegensatz zu Kleve verfügt die Bedburg-Hauer CDU über keinen Macher, Manager und Visionär wie Theo Brauer.