Dorfladen wird jetzt gegründet

Ansicht Grieth
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Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Bürger müssen das Grundkapital selbst aufbringen. In Grieth wird am Sonntag eine Genossenschaft geboren. Einwohner auch beim Renovieren gefragt

Kalkar..  Birgit Mosler und Christian Reintjes haben es eilig. Mit ihrem Planungsteam besprechen sie die letzten Details für das Raumkonzept des künftigen Dorfladens in Grieth. „Wir sind mitten in der heißen Phase der Projektvorbereitung, da gibt es vieles gleichzeitig zu tun. Wir wollen am Sonntag unseren Mitbürgern ein durchdachtes Gesamtkonzept für den Dorfladen präsentieren und keine Luftschlösser“, sagt das Tandem, welches das Dorfladenprojekt maßgeblich mit aus der Taufe gehoben hat.

Beide sind seit vielen Jahren überzeugte Griether. Birgit Mosler ist zudem Projektkoordinatorin des Hochschulprojektes „Smart Villages“. Christian Reintjes ist nicht nur als Kaufmann, sondern auch als engagierter Familienvater an der Zukunftsfähigkeit und Attraktivität des Ortes interessiert. Im Rahmen von Befragungen haben sie die fehlende Nahversorgung als gravierendsten strukturellen Nachteil des idyllischen Teilortes von Kalkar auch empirisch belegt.

„Wir freuen uns als Projektteam natürlich sehr auf Sonntag und hoffen auf rege Teilnahme und eine große Bereitschaft, sich nun auch praktisch und aktiv in die Gründung des Dorfladens einzubringen“, freut sich Birgit Mosler. Einbringen könne man sich auf vielfältige Weise, beispielsweise durch die Mithilfe bei anstehenden Renovierungs- und Einrichtungsarbeiten.

„Der eigene Laden“

Vor allem gehe es am Sonntag aber um die Bereitschaft, sich finanziell durch den Erwerb von Anteilsscheinen in die Genossenschaft einzubringen, da dieses Grundkapital die unverzichtbare Voraussetzung für die Gründung ist.

Christian Reintjes, der seit 2001 in Grieth lebt, ergänzt: „Ohne das notwendige Anfangskapital geht es einfach nicht, das müssen wir als Bürger selbst aufbringen. Erst in einem zweiten Schritt haben wir dann auch eine realistische Chance auf öffentliche Mittel und Sponsorengelder“, stellt er klar.

Die Teilhaber bekommen im Gegenzug für ihr Engagement echte Gegenleistungen: eine Nahversorgung vor Ort, einen weiteren sozialen und kulturellen Treffpunkt. Außerdem besitzen alle Anteilseigner Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte.

„Ein Dorfladen ist ein Stück weit der ‚eigene‘ Laden, das ist ein anderes Einkaufserlebnis, als wenn man zum Supermarkt in die nächste Stadt fährt“. Zuversichtlich stimmt hierbei, dass beinahe 80 Prozent der Haushalte in großen Befragungen im letzten Jahr ihre Bereitschaft zur Zeichnung eines oder mehrerer Anteilsscheine erklärt haben.

Die Initiative ist sich sicher, dass Grieth ein geeigneter Standort für einen Dorfladen mit integriertem Café ist. Jetzt wolle man auch Nägel mit Köpfen machen.