Die Zukunft der Energieversorgung

Aushängeschild in Sachen Windenergie: Der Windpark am Lindchen in Uedem.
Aushängeschild in Sachen Windenergie: Der Windpark am Lindchen in Uedem.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Welche Rolle spielt der Kreis Kleve bei der künftigen Energieversorgung auf dem Lande? Fragen an die Verwaltung zu Konzepten und Schwerpunkten

Kreis Kleve..  Das Thema Energieversorung wird ein Schlüsselthema der Zukunft sein. Wie wird sich das Energieland Nordrhein-Westfalen künftig mit Strom versorgen? Welche Rolle wird die Kohle noch spielen, wenn selbst so große Unternehmen wie EON ihr den Rücken kehren? Welche Chancen bieten sich den ländlichen Gemeinden, die reich gesegnet sind mit Ressourcen für Biogas, Windkraft- uns Solaranlagen? Die NRZ fragte bei der Kreisverwaltung nach, wie sie mit den sich abzeichnenden Änderungen umzugehen gedenkt?

Aus Sicht der Kreisverwaltung ist das Thema Energieversorung in erster Linie eine Aufgabe für Bund und Land. Sie müssen die Rahmenbindungen und Vorgaben formulieren, schreibt die Verwaltung. „Insgesamt muss es das Ziel sein, Energie umweltfreundlich zu gewinnen, sparsam zu nutzen und effizient einzusetzen. Allerdings bedürfen die raumordnerischen und planerischen Vorgaben hierfür sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene noch der notwendigen Präzisierung und Verbindlichkeit.“

Die Stadtwerke Goch sehen die Zukunft in einer dezentralen und regenerativen Energieversorgung. Welche Entwicklungen der künftigen Energieversorgung sieht der Kreis Kleve? Welche Rolle werden die Erneuerbaren spielen?

Kreis Kleve: Der regenerativen Energiegewinnung kommt offensichtlich ein besonderer Stellenwert zu, wie beispielsweise die Diskussionen um Standorte für Windenergieanlagen zeigen.

Die Dezentralisierung der Energieversorgung hat mit dem Aufkommen Windkraft, Photovoltaik und Biomasse bereits eingesetzt. Welche Rolle kann der Kreis Kleve beim Aus- und Aufbau der regionalen Energieversorgung spielen?

Kreis Kleve: Zunächst sind auf Bundes- und Landesebene die raumordnerischen und planerischen Voraussetzungen und sonstigen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu schaffen. Aus Sicht des Kreises Kleve sind dabei ein ausgewogener Energiemix sowie sparsamer und effizienter Energieeinsatz anzustreben. Im Zuge der Beteiligung bei der Aufstellung des Landesentwicklungsplans und der Regionalplanfortschreibung hat der Kreis Kleve hierzu Stellung genommen bzw. wird noch Stellung nehmen. Den Städten und Gemeinden als Träger der Bauleitplanung wird bei der Umsetzung der planerischen Vorgaben eine besondere Rolle zukommen. Der Kreis Kleve wird die Kommunen im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen.

Welche Möglichkeiten sieht der Kreis Kleve sich an Projekten regenerativer Energieerzeugung zu beteiligen?

Kreis Kleve: Die Frage nach einer Projektbeteiligung stellt sich wenigstens derzeit nicht.

Welche raumplanerische Strategie verfolgt der Kreis bei der Ausweisung von Flächen für Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie?

Kreis Kleve. Der Kreis Kleve orientiert sich bei seinen Stellungnahmen und Entscheidungen beispielsweise an den landesplanerischen Vorgaben und am Windenergieerlass. Berücksichtigung findet außerdem die kommunale Bauleitplanung. In den meisten kreisangehörigen Städten und Gemeinden sind z.B. Vorrangzonen für Windenergieanlagen planerisch ausgewiesen worden. [...]

Fachleute aus der Energiebranche vermissen noch eine Gesamtstrategie für den Ausbau der erneuerbaren Energie im Kreis Kleve. Sieht der Kreis sich hier in der Verantwortung ein Gesamtkonzept zu erstellen?

Kreis Kleve: Es ist hier nicht bekannt, welche Fachleute aus der Energiebranche eine Gesamtstrategie für den Ausbau der erneuerbaren Energie im Kreis Kleve vermissen. Wie bereits in der Vorbemerkung ausgeführt, sind zunächst auf Bundes- und Landesebene eindeutige und verbindliche Rahmenbedingungen und Vorgaben zu schaffen. Auch die kommunale Bauleitplanung ist in diesem Zusammenhang zu beachten.

Für seine baulichen Liegenschaften hat der Kreis Kleve im Rahmen seiner Möglichkeiten und unmittelbaren Zuständigkeit bereits früh Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz ergriffen. Dieser Ansatz galt z.B. auch beim Bau der Hochschule und findet aktuell auch beim Bau des Berufskollegs in Geldern Anwendung. Durch Modernisierung der Heizungsanlagen und Wärmedämmung an seinen Gebäuden konnte der Kreis Kleve schon einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung leisten.