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Die Welt sollte davon erfahren

14.02.2009 | 00:30 Uhr

Kiesfirma lässt sich die Forschungsstation auf dem Baggersee Birgelfeld in Kalkar gut 500 000 Euro kosten. Ganz neue Techniken werden wissenschaftlich untersucht. Ziel: das Null-Energie-Haus.

KALKAR. „Die Welt sollte davon erfahren”, schwärmte Architekt Friedhelm Hülsmann aus Kleve. „Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir dieses wissenschaftliche Projekt hier in Kalkar haben”, formulierte es Bürgermeister Gerd Fonck. Angetan von der Präsentation der „schwimmenden Forschungsstation”, die ab Juli auf dem Baggersee Birgelfeld ihre Arbeit aufnehmen soll (NRZ berichtete), schien der Bauausschuss unisono zu sein.

Applaus erhielt der Vertreter der Kiesfirma Maas-Roellofs. Die will das Birgelfeld weiter auskiesen, musste, so die Vorgabe der Stadt, dafür aber ein Konzept „mit gesellschaftlichem Mehrwert” entwickeln. „Wobei wir selber nicht genau wussten, was dabei rauskommt”, räumte Fonck ein.

500 000 € lässt sich die Firma das Projekt kosten, für das es (noch) keine Fördermittel gibt. Darin enthalten ist die Arbeit des Fraunhofer Instituts, das ab Juli ihre wissenschaftliche Arbeit aufnehmen will.

Photovoltaik, Wasserpumpen-Technik, Solar, Lichtreflexion der Wasseroberfläche: All das wird über zwei, drei Jahre untersucht. Mit der Fragestellung, ob ein künftiges Baugebiet am See CO2-neutral mit Energie versorgt werden kann.

„An dem Konzept haben wir ein halbes Jahr gearbeitet”, sagte Dr. Christel Russ vom Fraunhofer Institut. Auf dem Birgelfeld würden Techniken eingesetzt, „die noch gar nicht auf dem Markt sind”, ergänzte Architekt Hülsmann. Die Ergebnisse des schwimmenden Informationsgebäudes, das auf Pontons liegt und mit Teeküche, Klo und Schreibtisch ausgestattet ist, werde auch für die Industrie interessant sein. Stichwort Null-Energie-Haus. Etwa mit einer Wärmepumpe, die Seewasser auch zur Kühlung nutzen kann.

Ziel der Forschung sei es, die Effizienz der verschiedenen Versorgungstechniken nachzuweisen. „Ziemlich beeindruckend”, fand Jochem Reinkens. „Auch, dass es sich um ganz neue Techniken handelt”, staunte Norbert van de Sand nicht schlecht.

Wolfgang Remy

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