Die VHS soll nach Pfalzdorf

Am Mittwoch, 03.10.2012, entstand dieses Foto von der Hauptschule in Goch Pfalzdorf. Die Schule sorgt fuer Aufregung da sie geschlossen werden soll. Foto: Thorsten Lindekamp WAZ/FotoPool
Am Mittwoch, 03.10.2012, entstand dieses Foto von der Hauptschule in Goch Pfalzdorf. Die Schule sorgt fuer Aufregung da sie geschlossen werden soll. Foto: Thorsten Lindekamp WAZ/FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Goch..  Geht es nach dem Willen des Goch Bürgermeisters Karl-Heinz Otto, dann wird die Volkshochschule Goch künftig in Gänze in der Pfalzdorfer Hauptschule untergebracht. „Für die VHS wäre das eine Option, weil sie hier auch Schulungsräume nutzen kann“, so Otto. Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Bremer ist mit dem Vorschlag einverstanden: „Warum nicht? Ob die VHS in Goch oder in Pfalzdorf angesiedelt ist, spielt nicht so eine große Rolle. Die meisten Menschen sind motorisiert. Mit dieser Lösung schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe“, sagte er gestern im Gespräch mit der NRZ.

Die Diskussion über eine Verlegung der Volkshochschule ergibt sich auch aus der Platzsituation der Kindertagesstätten. Wie gestern berichtet, ist die Kindertagesstätte Liebfrauen „abgängig“, so Bürgermeister Karl-Heinz Otto. Soll heißen: Die Kita ist abrissreif. Otto schlug daher in der jüngsten Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses vor, die Kita in die ehemaligen Räume der internationalen Schule der Arnold-Jassen-Schule zu verlegen. Diese werden jetzt noch von der VHS genutzt. Der Umzug der Volkshochschule nach Pfalzdorf „wäre die Lösung, auch kurzfristig. Und die VHS-Gäste könnten künftig kostenfrei parken“, so Otto.

Zustand nicht mehr hinnehmbar

Die Kindertagesstätte Liebfrauen an der Kalkarer Straße leide unter einem Wasserschaden. Das Gebäude „nähert sich einem Zustand, der in der Tat nicht mehr hinnehmbar ist“ so der Bürgermeister.

„Die Tatsache ist, dass man entweder alles instandsetzen oder eine neue Kita bauen muss“, unterstrich auch Gerd Thyssen von Seiten der Martin-Franz-Stiftung, die für die Kindertagesstätte zuständig ist: „Das Dach ist total hin. Das würde gut 700 000 Euro kosten.“ Das Generalvikariat Münster, mit dem die Stadt Gespräche führte, präferiere einen Neubau, erklärte Otto daraufhin. Die Gespräche selber seien „sehr unangenehm“ gewesen, weil die Kirche wollte, dass die Stadt die Kita neu baut und am Ende der Kirche schenkt. „Das ist schon arg heftig“, so Otto. Auch dieses Geld solle lieber in städtisches Eigentum fließen.

Anbau in Pfalzdorf?

Neben der angedachten neuen Kindertagesstätte im Astra, in der rechnerisch vier Gruppen untergebracht werden können, benötigt Goch allerdings noch Platz für eine weitere Gruppe, die in Pfalzdorf entstehen könnte. Denn unter den vielen unversorgten Kindern, die ab August einen Betreuungsplatz möchten, befinden sich genügend Pfalzdorfer Kinder für eine eigene Gruppe.

Darum war bei der Sondersitzung des Jugendausschusses auch Ralf Booth für einen Bericht eingeladen. Der Leiter der katholischen St. Martinus Kita in Pfalzdorf möchte gerne eine auf Zeit befristete Notgruppe einrichten, für zwei Jahre und rein für eine homogene ü3-Gruppe. Am liebsten in einem Anbau, direkt an seinem Kita-Gebäude. Die Hoffnung ist da, dass dies so entschieden werden könnte – trotz der Ansage Bürgermeister Karl-Heinz Ottos, man wolle als Stadt lieber in städtische Immobilien investieren.

„Wir haben im Oktober eine Unterstützungsbekundung an die Stadt abgegeben, dass wir bereit wären eine fünfte Gruppe anzudocken. Seitdem haben wir schon recht viel geprüft“, sagt Booth. Ob die Idee zu einer weiteren Gruppe aus eigenen Stücken von der Kita kam (weil man sich Baugeld erhofft), oder ob die Stadt schon im Herbst die Kita auf mögliche Mehrplätze anfragte, blieb offen.

Kosten berechnet

Booth wünscht sich einen Anbau, stellte aber auch den Umbau von Pfarrheim und Pfarrhaus in Aussicht. Für eine zweite Toilette und einen Waschbereich brauche man 10 000 Euro an Investitionskosten. Weil der Umbau nach Ablauf der Zeit keinen Nutzen mehr in den Pfarrgebäuden bringe, sei das Geld besser in einen angebauten Raum des Kitatrakts investiert.

200 000 Euro koste der Anbau, die Kirchengemeine zahle die Hälfte. Ein Zuschuss von 50 000 Euro von der Kommune sei beantragt. Komme der, schieße das Bistum die restlichen 50 000 Euro zu.