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Schoko-Ticket

Die Unverschämtheiten der NIAG

29.01.2012 | 15:56 Uhr

Kreis Kleve.   Artig das Schoko-Ticket bezahlt und damit ist alles klar? Nicht bei den niederrheinischen Verkehrsbetrieben

Sabine Vogt ärgert sich. Am vergangenen Samstag erhielt die Mutter aus Kleve einen Brief von der NIAG mit der dringenden Bitte, das Schoko-Ticket ihres Sohnes im KundenCenter an der Kavarinerstraße vorzuzeigen. Grund sei im Rahmen der Tarifangleichung die Speicherung des neuen Geltungsbereiches auf der Schoko-Ticket-Karte. Sollte sie dies nicht tun, ist das Schoko-Ticket ab dem 1. Februar ungültig, teilen die niederrheinischen Verkehrsbetriebe mit: „Der Nutzer wird somit zum Schwarzfahrer.“ Sabine Vogt kann es nicht fassen. Denn: „Das Geld fürs Ticket haben sie aber schon fein abgebucht.“

Die Mutter muss sich, wie hunderte andere Schoko-Ticket-Besitzer im Kreis Kleve auch, auf den Weg zum einzigen Kundencenter der Region in Kleve machen, um dort eine technische Änderung auf dem Speicherchip vornehmen zu lassen. Andernfalls droht die NIAG damit, dass das Ticket nicht mehr gültig ist – obwohl man artig gezahlt hat. „Bei jeder Krankenkasse oder Bank bekommt man bei gravierenden Änderungen einfach eine neue Karte zugeschickt“, ärgert sich Sabine Vogt.

„Das ist ein Vertragsbruch“

Nicht so bei der NIAG. Denn die Verkehrsbetriebe dürfen sich am Niederrhein offenbar so ziemlich alles erlauben. Im November teilte das Unternehmen mit, dass es eine Preiserhöhung für das Schoko-Ticket in Höhe von 40 Cent geben werde. Vierzig Cent sind nicht viel, aber für Jörg Willing aus Bedburg-Hau trotzdem eine ziemliche Frechheit. Denn für den Familienvater geht es ums Prinzip. „Wir haben einen Vertrag mit der NIAG für zwölf Monate geschlossen. Und jetzt wird der Preis einseitig erhöht.“ Das sei nicht in Ordnung und eine Preiserhöhung sei auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht zu finden.

„Für mich ist das ein Vertragsbruch. Zudem hat die NIAG eigenmächtig die Aufgabe des Stadtrates übernommen“, sagt Willing. Denn eigentlich darf nur der Schulträger, also die Stadt Kleve oder die Gemeinde Bedburg-Hau, die Preise für das Ticket festlegen. „Der Rat hat aber einen Eigenanteil in Höhe von 11,60 Euro festgelegt. Nicht 12 Euro“, so Willing.

Hermann Kemper ist ein erklärter Gegner des Schoko-Tickets. „Es ist schon komisch. Sowohl viele Politiker als auch sehr viele Bürger wollen dieses Ticket mit dem sehr zweifelhaften Zusatznutzen nicht. Müssen aber doch dafür zahlen.“ Ist der VRR so mächtig? „Offensichtlich hat das Unternehmen die Kommunen in der Hand. Als gutes Druckmittel gibt es immer noch die Einstellung von Linien, die nicht rentabel sind“, ärgert sich Kemper über die Tatenlosigkeit vieler Politiker im Kreis Kleve.

Andreas Gebbink

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Kommentare
15.03.2012
20:02
Die Unverschämtheiten der NIAG
von Pucky2 | #2

Die VGN ging ab dem 01.01.2012 im VRR auf, also gilt auch ab 2012 das gesamte Tarifangebot des VRR. Einige Fahrkartenmöglichkeiten der alten VGN werden noch weitergeführt.
Die geringe Netzdichte im Raum Kleve hat nicht die NIAG verursacht, sondern die Kommunalpolitiker. Der Kreis Kleve und die angehörigen Städte legen den Bedarf fest und vereinbaren das Angebot. Also wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses sollte man sich an die Politiker halten, nicht an die NIAG.

02.02.2012
18:24
Die Unverschämtheiten der NIAG
von Tacitus03 | #1

Und in Kleve zahlen die Eltern seit 01.09.11 für das Schokoticket, was ja sooo einen hohen Freizeitwert hat (wenn dann mal Verbindungen da sind/wären...) - konnten es aber bis Februar12 nicht nutzen; denn: Schokoticket ist ein VRR -Tarif, der erst ab der Verschmelzung, also Februar 12, gültig ist...häh-häh, da hat der Rat der Stadt Kleve die Eltern an der Nase herumgeführt!

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