Die Schwächsten nicht vergessen
05.03.2009 | 19:31 Uhr 2009-03-05T19:31:00+0100In der Vitus-Klinik diskutierten Klinikdirektoren über die Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung.
Bedburg-Hau. In der Vitus-Klinik in Bedburg-Hau treffen sich derzeit die ärztlichen Leiter deutscher Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, genauer gesagt: 21 davon. Diese sind bundesweit in einem Forum organisiert, der so genannten Bundesdirektorenkonferenz. Auf ihrer zweitägigen Fachtagung in der LVR-Klinik diskutieren und tauschen sich die Mediziner seit gestern rund um das Thema „Geistige Behinderung” aus.
Eng damit verwoben ist der Aspekt der Finanzierung von Leistungen in der Psychiatrie, insbesondere jener, die von den Kliniken ambulant geleistet werden. Christian Schanze, Facharzt für Psychiatrie und Sprecher der Gruppe, hebt die Pauschalen pro Patient hervor, die je nach Bundesland zwischen 113 und 360 Euro variierten. Und während die Fahrt zu einem ambulant betreuten Patienten in Bayern abgerechnet werden könne, müssen die Kliniken in Nordrhein-Westfalen Aufwendungen selbst tragen. Dabei sind etwa für Mitarbeiter der Vitus-Klinik Fahrten bis nach Duisburg oder in die Grenzregionen keine Seltenheit.
Wie etliche andere Bereiche des Gesundheitswesens unterliegen die Kliniken mit Abteilungen für geistig Behinderte mit psychischen Störungen genauso Sparzwängen. Gleichwohl appellierte Marie Brill, Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik Bedburg-Hau, an die Politik, „die Schwächsten unserer Gesellschaft, jene, die ihre Interessen selbst nicht so deutlich formulieren können, nicht zu vergessen”.
Es sei richtig gewesen, Menschen mit psychischen Behinderungen ein möglichst selbstständiges Leben in einer ihnen bekannten Umgebung zu ermöglichen. In Bedburg-Hau ist dies ab den 80ern besonders konsequent umgesetzt worden. Doch habe die ambulante Betreuung ihren Preis, den Politik und Krankenkassen nicht in angemessener Höhe zu zahlen bereit seien, beklagen die Klinikdirektoren. niko
0mitdiskutieren